Stadtratswahl 2019

Porträt: Michael Weickert, CDU

Fünf Jahre lang saß er für die CDU im Leipziger Stadtrat – nun will er nochmal ran: Michael Weickert tritt zum zweiten Mal als Spitzenkandidat für Wahlkreis 7 Alt-West bei der Stadtratswahl an.
Michael Weickert - Stadtrat der Stadt Leipzig und Aufsichtsrat der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft.
Michael Weickert - Stadtrat der Stadt Leipzig und Aufsichtsrat der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft.

Das Porträt zum Nachhören: 

Ein Beitrag von Angela Fischer.

Selbst bei 26 Grad und Sonnenschein erscheint Michael Weickert im dunkelblauen Anzug mit Hemd und Krawatte. Die hohen Temperaturen machen ihm aber nichts aus, im Gegenteil: Er genießt es, mal rauszukommen aus seinem Büro. Ich treffe ihn am Park am Wasserschloss in Leutzsch. Dort gibt es einen Spielplatz, ein Basketballfeld und ein paar Schattenplätze zum Sitzen. Für Weickert ein Ort, der wirklich Heimat ist: "Das ist das grüne Herz des Stadtteils, mitten im Quartier ein Erholungsgebiet."

Ein Herz für Autofahrende

Weickert kennt sich aus in seinem Wahlkreis. Seit acht Jahren wohnt er hier. Mittlerweile ist er in der Nähe der Georg-Schwartz-Straße zu Hause. Eine viel befahrene Straße. Vor allem Bahn und Autos sind dort unterwegs, für Fahrräder bleibt kaum Platz. Die können aber auf die Parallelstraße ausweichen.

Genau so soll es sein, sagt Michael Weickert. Er will die unterschiedlichen Verkehrsströme in Leipzig entflechten. Weickert selbst fährt am liebsten Bahn. Als Stadtpolitiker will er sich aber für alle Verkehrsteilnehmer und Teilnehmerinnen einsetzen. Für mehr Fahrradwege und dafür, dass der öffentliche Nahverkehr bezahlbar bleibt. Und auch Autofahrende sind ihm wichtig.

Gerade als jemand, der nun auch hier in Alt-West wohnt, bin ich der festen Überzeugung, dass sich hier im Quartier niemand ein Auto einfach aus Jux und Tollerei leistet, sondern weil er darauf angewiesen ist. Und das sollten wir als Politiker nicht als etwas moralisch Anstößiges empfinden.

Michael Weickert (CDU)

Fan von Friedrich Merz

Wenn Michael Weickert so spricht, dann klingt er wie jemand, der schon seit Jahrzehnten im politischen Geschäft mitmischt. Dabei wurde er erst vor fünf Jahren das erste Mal in den Leipziger Stadtrat gewählt. Für Politik hat er sich aber schon in seiner Kindheit interessiert. Mit 14 Jahren ist er in die Junge Union eingetreten. Auch, weil er unheimlich begeistert von Friedrich Merz war. 

Diese Bierdeckelnummer, das ist etwas, wo ich als Jugendlicher einfach sagte, das find ich richtig geil. Das versteht jeder, das macht Politik anschaulich und das finde ich, ist doch mal eine interessante Idee. 

Michael Weickert (CDU)

Von Schulwegen und Kitaplätzen

Heute ist Weickert 29 und studiert Lehramt an der Uni Leipzig. Kein Wunder also, dass das Thema Bildung sein Steckenpferd ist. Damit in der Innenstadt Platz für Grundschulen und Kitas bleibt, will die CDU weiterführende Schulen am Stadtrand errichten. Doch was bedeutet das für die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5? Müssen die sich, wenn es so weit ist, mit einem längeren Schulweg abfinden?

Nein, sagt Michael Weickert, aber er will ehrlich sein: Es könne nun mal nicht jeder Schüler, der in der Innenstadt wohnt, auch in der Innenstadt aufs Gymnasium gehen. Das sei leider nicht möglich. Deshalb müsse man innerhalb Leipzigs schauen, wo S-Bahn-Haltestellen, Fuß- und Radwege sind und wie die Schüler und Schülerinnen sicher in die Schule kommen.

Kein Geld fürs Conne Island

Neben Bildung und Verkehr, konzentriert sich Weickert auch auf Kultur. Die CDU fordert, dass soziokulturelle Zentren unabhängig von der Stadt werden, sprich: Die Stadt soll kein Geld mehr für sie ausgeben. Die Institutionen Gewandhausorchester, Thomanerchor und Bach-Archiv dagegen sollen oberste Priorität werden. Denn laut Weickert steigen da die Personalkosten.

"Wir müssen uns nun mal entscheiden, was wir wirklich langfristig wollen: Wollen wir in Zukunft auf irgendetwas in der Hochkultur verzichten oder sagen wir eben, wir setzen andere Schwerpunkte," sagt Weickert. Er wählt die anderen Schwerpunkte, wenngleich er nicht grundsätzlich gegen soziokulturelle Zentren ist.

Bei einem soziokulturellen

Zentrum wie dem Conne Island, wo vermehrt Propaganda gegen Polizisten, gegen den Staat insgesamt und gegen die CDU als demokratische Partei gemacht wurde, da sagen wir einfach: das können die gerne alles machen. Aber nicht mit öffentlich geförderten Mitteln.

Michael Weickert (CDU)

Michael Weickert in drei Likes

In seiner Freizeit ist Michael Weickert, wenn dann wohl eher im Gewandhaus und nicht im Conne Island anzutreffen. Auf Facebook gefallen ihm die Royal Family, Assasin's Creed und eine Seite namens "Auf der Suche nach dem Gin des Lebens." Aber wie aussagekräftig das wohl ist?

"Völlig aussagekräftig", lacht Weickert. Er sei bekennender Gin Trinker und Fan der britischen Monarchie, denn sein Stiefvater sei Brite, dadurch habe er einen familiären Bezug dazu. "Und ich habe mich nie davor gescheut zu sagen, dass ich gerne zocke", erzählt er weiter.

"Also das darf man, denke ich, auch, wenn man sich als Politiker seine Freizeit vertreibt. Große Leidenschaft von mir ist nach wie vor auch Kartenspielen, also ich bin begeisterter und leidenschaftlicher Skat-Spieler, komme leider viel zu selten dazu, aber das porträtiert mich eigentlich ganz gut die drei Likes."

 

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