Landtagswahl 2019

Porträt: Beate Ehms, die Linke

Beate Ehms sitzt seit fünf Jahren für die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat. Nun will sie sich auch der Politik auf Landesebene widmen - hier sieht sie dringenden Bedarf.
Beate Ehms
Beate Ehms von der Linken kandidiert für den sächsischen Landtag.

Das Porträt zum Nachhören:

Ein Porträt von Lena-Marie Schmidt.
Porträt Beate Ehms

Passend zum sonnigen Wetter treffe ich Beate Ehms im Biergarten vom Volkshaus. Den Ort hat sie selbst vorgeschlagen, denn im Volkshaus trifft sie im Anschluss eine Bürgerin, die ein politisches Anliegen hat. Die Zeit für die Leipzigerinnen und Leipziger nimmt sie sich seit fünf Jahren gerne, so lange schon sitzt Beate Ehms im Stadtrat - will sich jetzt aber auch der Politik auf Landesebene widmen. Für ihre Partei Die Linke kandidiert sie für den sächsischen Landtag. So könne Sie sich noch mehr dringenden Themen widmen, z.B. der Medienpolitik.

Wenn ich sehe, was derzeit hier in Deutschland aber auch Europa insgesamt abläuft, was die Pressefreiheit anbelangt, da möchte ich mich stärker engagieren. Das könnte ich als Mitglied des sächsischen Landtags sehr gut, denn Medienpolitik ist Landessache.

Beate Ehms

Politisches Engagement in der DDR

Ihr Beruf ist sicherlich auch ein Grund, warum sie sich besonders für Medienpolitik interessiert. Seit über 20 Jahren arbeitet sie als Juristin beim MDR hier in Leipzig. Aufgewachsen ist sie in Finsterwalde in Brandenburg. Noch zu DDR-Zeiten hat sie erst in Moskau studiert, und dann ab 1988 auch in Leipzig. Schon in ihrer Jugend hat sie begonnen, sich politisch zu engagieren: Erst trat sie der Pionierorganisation bei, dann schloss sie sich der FDJ an. Ende der 1980er entschied sie sich für den Eintritt in die SED.

Aber nicht, weil ich das toll fand, wie das lief in der DDR, sondern weil ich eine wirklich gerechte, gute Gesellschaft aufbauen wollte. Ich bin seitdem in der Links-Partei durchgehend Mitglied gewesen und habe mich da über vieles geärgert und versucht zu verändern, finde aber immer noch, dass es die beste sozialistische Partei ist.

Beate Ehms

Lieblingsthema Gleichstellung

Während ihres Studiums in Moskau begann sie sich auch mit der Gleichstellung der Geschlechter zu beschäftigen. Ihre Diplomarbeit schrieb sie über die Frauenbewegung in der BRD. Damals hätte sie nicht gedacht, dass sie selbst mal Teil davon werden wird. Heute ist die Gleichstellung der Geschlechter ein Thema, für das sie sich mit besonderer Leidenschaft einsetzt.

Am allerwichtigsten ist mir der Kampf um Gleichstellung und Emanzipation der Geschlechter, aber auch gegen Diskriminierung von Menschen mit Handicaps usw. Da ist noch so viel offen, es ist keine Selbstverständlichkeit.

Beate Ehms

Deshalb ist sie auch Sprecherin für Gleichstellungspolitik ihrer Fraktion im Stadtrat. Nebenbei ist sie Mitglied von LISA, der feministischen Frauenarbeitsgemeinschaft der Linken. Und sie engagiert sich bei der Frauenrechtsorganisation Terre de Femmes.

Wann, wenn nicht jetzt

Beate Ehms ist also eine Frau mit vollem Terminkalender. Neben ihrem Beruf, ihrem Engagement im Stadtrat und mehreren politischen Vereinen ist sie auch Mutter von drei erwachsenen Kindern. Aber wie würden die sie eigentlich beschreiben?  "Engagiert, selbstbestimmt, auch fürsorglich“, lacht Ehms.

Auch in Zukunft will sich Beate Ehms den großen politischen Herausforderungen in Sachsen stellen. Die Liste dafür scheint ziemlich lang.

Das wichtigste ist der Erhalt der Demokratie, der Kampf gegen Rassismus, gegen den neuen und alten Faschismus; dass wir eine Gesellschaft entwickeln, die sich weniger spaltet; dass wir vernünftig zum Dialog finden; dass wir uns über Ideen austauschen, wie wir das Land verändern wollen, denn es muss verändert werden. Wer, wenn nicht wir – Wann, wenn nicht jetzt – wo, wenn nicht hier in Sachsen!

Beate Ehms

Fünf Fragen an Beate Ehms:

 

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