Stadtratswahl 2019

Porträt: André Soudah, WVL

Die „Freien Wähler“ sind in Sachsen eine kommunalpolitsche Größe. In Kommunalparlamenten stellen sie viele Mitglieder, genau wie Bürgermeisterinnen und -meister. In Leipzig wollen sie im nächsten Stadtrat saubere Parks und mehr Sicherheit erreichen.
André Soudah kandidiert für die Wählervereinigung Leipzig im Wahlkreis 4.

Das Portrait zum Nachhören:

Ein Portrait von Anton Walsch
Portrait André Soudah, WVL

Jeden Tag fährt André Soudah mit dem Fahrrad die Karl-Liebknecht-Straße entlang. In der Südvorstadt hat der selbständige Unternehmensberater sein Büro. Auf dem Weg dahin fallen André Soudah dann immer wieder Dinge auf, die seiner Meinung nach schlecht geplant sind, etwa die Ampelschaltung am Südplatz. Im nächsten Stadtrat will er für die "Wählervereinigung Leipzig", kurz WVL, genau solche Probleme angehen.

Seine Kandidatur kam dabei überraschend. Bis zum Februar war André Soudah Mitglied der SPD und im Ortsverband Leipzig-Mitte sogar Vorsitzender. Ausschlaggebend sei gewesen, dass er die Mitte der Gesellschaft repräsentieren wolle. Die SPD sei ihm zuweit nach links gerückt, sagt Soudah. Nun gehört er zu den "Freien Wählern" die als WVL antritt; sein Wahlkreis Nummer 4 liegt im Süden Leipzigs.

Das Ziel heißt Fraktionsstärke

Insgesamt 23 Kandidierende stellt die Wählervereinigung. Ihr Ziel ist es, mit vier Sitzen Fraktionsstärke zu erreichen. Bisher saß mit Dieter Deissler schon ein Politiker der WVL im Stadtrat. Er gehört zur Fraktion der Grünen und hatte sich etwa dafür eingesetzt, dass das Naturkundemuseum im Zentrum bleibt.

Wir haben schon vorab immer wieder darauf hingewiesen, dass das ganze Thema Baumwollspinnerei viel teuer werden wird als angedacht. Wir bleiben bei der Grundforderung, dass das Naturkundemuseum im Zentrum bleiben soll.

André Soudah, Wählervereinigung Leipzig

Eine konkrete Lösung hat die WVL aber noch nicht. Auch an anderen Punkten ist das Wahlprogramm für den Stadtrat noch schwammig. Ein paar Ideen finden sich aber schon darin, unter anderm werden Parkwächter vorgeschlagen. Sie sollen dazu beitragen, dass die Parks in Leipzig insgesamt in einen besseren Zustand kommen. 

Die Parkflächen sind abgenutzt. Zweiter Punkt sind die Spielgeräte. Und der dritte Punkt ist eben die Kultur. Der Parkwächter ist eine Idee, um eine gewisse Sensibilisierung herbeizuführen. Aber viel wichtiger wäre ein vernünftiges Mülleimerkonzept und eben diese Hundewiesen.

André Soudah, Wählervereinigung Leipzig

Umdenken bei der Stadtentwicklung

Die Parkwächter könnten außerdem ein Gefühl der Sicherheit schaffen, sagt André Soudah. Die Wählervereinigung fordert aber auch ein Umdenken bei der langfristigen Stadtentwicklung. Das Potential der Randbezirke müsse stärker genutzt werden. Im Zentrum sollte die Stadt außerdem bei Baulücken prüfen, ob sie selbst baut, meint André Soudah.

Wer ernsthaft möchte, dass es eine Entspannung am sogenannten Mietermarkt gibt, der muss bauen, bauen, bauen; und der muss dafür sorgen, dass Leute bauen wollen.

André Soudah, Wählervereinigung Leipzig

In seinem Wahlkreis Leipzig Süd sehen viele Einwohnerinnen und Einwohner Neubauten bekanntlich kritisch.Investoren wird vorgeworfen nur Rendite machen zu wollen. André Soudah hält dagegen nichts von solchen pauschalen Unterstellungen. Er sieht die Stadtentwicklung als Aufgabe, für die man praktische Lösungen braucht. Die sollten dann allerdings gut durchdacht sein, egal ob es um eine Ampelschaltung oder um ein neues Haus geht.

mephisto976 Twitter
 

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