Landtagswahl 2019

Porträt: Alexander Wiesner, AfD

Alexander Wiesner ist Spitzenkandidat der AfD im Leipziger Süden. Der selbstständige Unternehmensberater möchte sich im Landtag vor allem für Pflegekräfte und LehrerInnen einsetzen und das Handwerk stärken.
Alexander Wiesner kandidiert für die AfD auf Listenplatz 30.
Alexander Wiesner kandidiert für die AfD auf Listenplatz 30.

Das Porträt zum Nachhören:

Alexander Wiesner im Porträt - Beitrag von Angela Fischer
Alexander Wiesner im Porträt

Zum Interview erscheint Alexander Wiesner – etwas überpünktlich – im dunkelblauen Anzug. Aus seinen Lederschuhen blitzen knallrote Socken hervor, die Haare trägt er zurückgegelt. Wiesner kandidiert für die AfD auf Listenplatz 30.

Gerade noch so auf der Liste

Mehr Plätze hat der Verfassungsgerichtshof nicht zugelassen. Ursprünglich sollten es sogar nur 18 sein. Doch dann haben mehrere AfD-Politiker dagegen geklagt, darunter auch Alexander Wiesner. Damit steht er gerade noch so auf der Liste.

Das ist deshalb wichtig, weil er als Direktkandidat für den Leipziger Süden kandidiert. Dort tritt er unter anderem gegen Jule Nagel (Die Linke) an. Eine eher aussichtslose Kandidatur, das gibt er selbst zu: "Es ist definitiv kein Spitzenmandat in Leipzig, das ist ganz klar, es ist ein umkämpfter Wahlkreis."

Politik für die Mittelschicht

In seinem Kandidatenprofil auf der Internetseite der AfD schreibt Alexander Wiesner, er wolle "anständige Politik für anständige Bürger" machen. Doch wer sind diese anständigen Bürger? Das AfD-Wahlprogramm scheint vor allem für die Mittelschicht geschrieben zu sein. Gerade wirtschaftspolitisch: Gewerbesteuer vereinfachen, Grundsteuer abschaffen, Vermögenssteuer verhindern – alles Vorschläge, die der Mittelschicht zugutekommen. Aber nicht nur, meint Wiesner.

Man kann niemals für alle Politik machen, das ist immer so ein Punkt. Man kann nicht für alle gleichzeitig alle Interessen bedienen. Wir machen im Wesentlichen Politik für den kleinen Mann.

Alexander Wiesner, AfD

Dazu würden auch viele der genannten Forderungen gehören, so Wiesner: "Weil ich auch selber der Meinung bin, das Letzte, was wir brauchen, sind noch mehr Steuern, wir brauchen eher weniger."

Kaum Landesthemen im Programm

Nun wäre die Einführung einer Vermögenssteuer aber ohnehin nicht Ländersache. Dafür ist der Bund zuständig. Tatsächlich geht es auch im gesamten Wahlprogramm der AfD eher wenig um Landespolitik. Der Leipziger Politikwissenschaftler Hendrik Träger hat nachgezählt: Auf 15 von 70 Seiten geht es um Landesthemen, der Rest ist Europa- und Bundespolitik.

Also Themen, die die AfD nicht auf Landesebene realisieren kann. Außer vielleicht im Bundesrat, wo allerdings noch 15 weitere Landesregierungen mitentscheiden dürfen. Wiesner findet es trotzdem richtig, dass diese Themen im Programm vorkommen: "Umgekehrt müsste man die Frage stellen, warum sollte ich eine Partei wählen, die nicht mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit an die Regierung kommt?"

Koalition mit der CDU?

Seine erste Rede im Landtag würde Alexander Wiesner über Werte und Wertschätzung in der Politik halten. Wertschätzen will er als Politiker vor allem die Arbeit von Pflege- und Lehrkräften. Und auch das Handwerk will er stärken.

Eine Forderung, die er mit der CDU gemeinsam hat. Ob er sich eine Koalition vorstellen könne? Dazu will er sich nicht äußern. Das seien alles Aussagen, die müsse ein Landesparteitag treffen. Er wolle sich da raushalten, sagt Wiesner, kritisiert dann aber doch die CDU.

Sie haben 30 Jahre lang regiert, haben es in den letzten Jahrzehnten nicht zum Besseren gewendet und versprechen uns: jetzt es doch besser zu machen. Da stelle ich doch eher die Frage nach der Glaubwürdigkeit einer CDU-Regierung.

Alexander Wiesner, AfD

Ähnlich bedeckt gibt sich Alexander Wiesner, wenn es um sein Privatleben geht. Social-Media-Kanäle meidet er und auch so will er der Öffentlichkeit nicht zu viel von sich preisgeben.

Fünf Fragen an Alexander Wiesner:

 

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