CD der Woche

Pop mit Kante

Nach ihrem Debüt Album 'Goddess' brachte Banks jetzt 'The Altar' heraus. Der Sound schwebt irgendwo zwischen Elektro und Pop mit persönlichen Texten.
Banks, the Altar, CD der Woche
Sängerin Banks

Kennen sie den Schmetterlings Effekt? Das bedeutet, dass kleine Abweichungen im System unvorhersehbare Folgen haben. Davon kann Jillian Banks ein Lied singen. Als sie noch ein Kind war, ließen sich ihre Eltern scheiden. Das führte dazu, dass sie später Psychologie studierte. Während dem Studium freundete sie sich mit Phil Collins Tochter Lily an. Was das jetzt mit Musik zu tun hat? Jillian hat damals schon Musik gemacht und sie Lily gezeigt und die gab dann die Musik an Papa’s Kontakte weiter. Mehr als fünf Jahre später feiern wir Banks zweites Studioalbum: The Altar

Pop Mit Kante

Der Sound der Sängerin ist oft glatt. Man kann dem Album zwar Labels à la Alternative-R'n'B  oder Indie zuordnen, doch Pop-Musik kommt dem Ganzen am nächsten. Was sie aber hervorhebt sind die dunklen Beats mit dominanten Bass, die sich besonders auf Tracks wie Weaker Girl und Haunt zu hören sind. Und die unheilvollen Synthie-Sounds, die sich durch ihre Tracks schleichen, sichern ihr einen Platz außerhalb des Mainstreams. 

Wenn Lyrics zur Beichte werden

Wie auch auf ihrem letzten Album Goddess sind die Songtexte persönlich und roh. Eigene Dämonen, sowie Wünsche und Ängste, begegnen dem Hörer von Lied zu Lied. Ein entscheidender Teil von The Altar ist die Verarbeitung ihrer letzten Beziehung. Sie erzählt von ihrer von Missbrauch geprägten Beziehung und die Abhängigkeit, die damit Hand in Hand geht. Gerade in Songs wie Gemini Feed und Mind Games hört man das besonders gut heraus:

‚All your moods make me wanna run away,

but I got stuck with faulty legs’

Banks im Song Mind Games

Das Album schlägt einen schönen Bogen. Die Spannung der Texte steigert sich bis zu den Tracks Trainwreck und This Is Not About Us. Das Leiden, wird von Eigensinn abgelöst. Die Texte werden stärker, anschuldigender. Man hört wie sich Banks wiederfindet und ausbricht: 

‚There’s no fixing to a problem,

when you’re talking to an idiot’ 

 

Banks im Song Trainwreck

Gegen Ende wird sie wieder sanfter. Wo zuerst Wut und dann Verzweiflung standen, setzt Vergebung ein. Sowohl für ‚den Anderen’, als auch für sich selbst. Sie schließt Frieden mit sich. Ein weiteres Beispiel für die ‚Love Yourself‘-Welle, die sich gerade durch die Pop-Kultur zieht. In dem Song Mother Nature spricht sie selbst ihre Hörer an:

‚When will you get tired, of feeling bad?

Everytime you fall, follow me’ 

Banks im Song Mother Nature

Wo ihre Musik angepasst scheint, sticht Banks besonders mit den Texten heraus. Ihre lyrische Begabung, ist definitiv ihre Stärke.

Safe and Sound

Die Songtexte gehen Hand in Hand mit der Musik. Das Album fängt mit langsamen, aber dunklen Beats an. Man hört verzerrten Gesang, bei dem der Sound komplett aussetzt. Die Melodien fangen langsam an und steigern sich im Laufe des Albums. Gegen Mitte hin, setzten EDM Sounds ein (fast wie bei Rihanna) und lösen die langsamen Elektro-Beats ab. Zum Ende hin setzen in den letzten Songs dann Akustik-Gitarren und Klavier ein, was die Platte dann langsam ausklingen lässt. 

Fazit

The Altar reicht definitiv an seinen Vorgänger heran. Wer also bereits Banks-Fan war, wird es auch bleiben. Auch Fans der Pop-Musik, die noch mit ihr vertraut waren, werden sich gut damit anfreunden können. Wer auf Alternative Musik steht, sollte sich aber nicht abschrecken lassen!

 

 

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Jona Zhitia
21.10.2016 - 17:19
  Kultur

Banks: The Altar

Tracklist:

1.  Gemini Feed

2.  F*** With Myself

3.  Lovesick

4.  Mind Games

5.  Trainwreck

6.  This Is Not About Us

7.  Weaker Girl

8.  Mother Earth

9.  Judas

10. Haunt

11. Poltergeist

12. To The Hilt

Erscheinungsdatum: 30.09.2016
Universal