Interview

Pimmelreiter on Tour

Das Duo Schnipo Schranke kennt man vor allem für ihre wunderbar unverschämten Songs über die Liebe und was darin so schiefgeht. Jetzt sind Daniela und Fritzi mit ihrer zweiten Platte auf Tour. Wir haben sie getroffen.
Daniela (links) und Fritzi (rechts) bilden das Duo Schnipo Schranke
Daniela (links) und Fritzi (rechts) bilden das Duo Schnipo Schranke

Das ganze Interview gibt es hier zum Nachhören:

Mephisto97.6-Redakteur Maximilian Enderling im Gespräch mit Schnipo Schranke
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Ihr beiden habt ja vor zwei Monaten Euer zweites Album Rare veröffentlicht. Zumindest in der Filmwelt sind die Fortsetzungen beinahe immer schlecht, das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Hattet Ihr jetzt Erfolgsdruck, oder ging das im Studio locker-flockig?

Fritzi: Also, wir haben echt versucht, das einfach auszublenden. Wir können auch ganz gut Sachen verdrängen. Das sagt einem ja auch jeder, dass das zweite Album so schwierig ist und so. Aber wir haben einfach nicht drüber nachgedacht und weitergemacht. Das hat auch ganz gut funktioniert mit dem Verdrängen.

Wie habt Ihr Euch seit dem Debütalbum Satt denn musikalisch weiterentwickelt? Hat sich da etwas verändert?

Daniela: Ich finde, dass wir jetzt wieder Lust haben, „gute“ Musik zu machen. Bei der ersten Platte haben wir uns schon sehr gesträubt gegen alles Schöne in der Musik. Jetzt wollen wir wieder ein bisschen mit dem Kopf arbeiten.

Also ein Stück weit weg vom Protest?

Daniela: Ja genau. Also dieser Protest ist bezogen auf das Musikstudium, das wir davor gemacht haben. Jetzt haben wir einfach wieder Lust, herumzutüfteln.

Und vielleicht auch mehr Themen? Zum Beispiel im Song Haschproleten: Drogen sind ja ein Thema, welches Ihr vorher noch nicht hattet!

Fritzi: Auf der ersten Platte waren halt hauptsächlich Liebessongs, weil wir da unser ganzes Liebesleben bis dahin verarbeitet haben. (lacht) Und seitdem ist auch nicht mehr so viel passiert!

Inwiefern?

Beide: Na, in der Liebe! (lachen) Jetzt sind wir beide in einer festen Beziehung, glücklich vergeben. Nicht mehr so viel Liebeskummer.

Bei Euren Texten fällt aber auch noch etwas anderes auf: Der Großteil der Rezensionen, Interviews und anderer Berichte über das Debütalbum spricht Eure vulgäre Wortwahl an! Ist das mittlerweile abgeflaut, oder werdet Ihr noch immer explizit auf den Aspekt Eurer Songs angesprochen?

Daniela: Es ist sehr angenehm, wie sich die Interviews verändert haben. Die Leute fragen nicht mehr nur, warum wir schmutzige Wörter benutzen.

Fritzi: Wir waren halt auch total überrascht, weil wir damit nicht gerechnet hatten. Wir dachten einfach, was wir machen ist voll salonfähig!

Euer wurde von der Stadt Hamburg geprägt, möchte man zumindest einigen Stimmen aus der Musikszene Glauben schenken. Wie würde Eure Musik klingen, wenn Ihr zum Beispiel in Berlin gelandet wärt?

Daniela: Ich glaube gar nicht, dass Hamburg unsere Musik so sehr geprägt hat. Als wir angefangen haben, wohnten wir auch noch in Frankfurt. Da hatten wir noch überhaupt keine Ahnung von Hamburger Schule und diesen ganzen Hamburger Bands.

Fritzi: Haben wir auch immer noch nicht!

Daniela: Echt nichts von mitgekriegt! (lacht) So mittlerweile kennen wir das natürlich. Aber wir sind auch sehr gut darin nicht so viel zu gucken, was die anderen machen.

Was erwartet Euch denn im Jahr 2017?

Fritzi: Am meisten interessiert uns natürlich, wie es mit Platte Drei weitergeht. Und bis Ende des Jahres werden wir da schon ziemlich gute Pläne haben!

 

 

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Maximilian Enderling
27.03.2017 - 15:21
  Kultur

Schnipo Schranke: Rare

Tracklist:

1. Intro

2. Pimmelreiter*

3. Wieder alleine

4. Herr Schulz ist tot

5. Gast

6. Haschproleten*

7. Stars*

8. Murmelbahn

9. Dope

10. Ritter in der Nacht*

11. Immermehr

12. Sag niemals ihh

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 27.01.2017
Buback