Gefangenenentlassung

Perspektivlos nach der Haft

Gefangene sollen nach Ende ihrer Haftzeit wieder in die Gesellschaft integriert werden. Deshalb brauchen sie einen Job und eine Wohnung, sowie Kontakte zu einem sozialen Umfeld. Nun wird Kritik laut, dass das nicht immer ermöglicht wird.
Maschendrahtzaun
Häftlinge ohne Perspektive werden oft wieder rückfällig

Steht ein Gefangener kurz vor dem Ende seiner Haftstrafe, dann soll er sogenannte Lockerungen bekommen. Das heißt: Sechs Monate vor der Entlassung hat er ein Anrecht, sich eine Arbeit und eine Wohnung zu suchen. Außerdem hat er die Möglichkeit, Freunde zu besuchen, um sich ein soziales Umfeld aufzubauen.

Mit Koffern ohne Perpektive

Die Gefangenengewerkschaft kritisiert, wie bei der Resozialisierung von Häftlingen vorgegangen wird. Wie Sprecher Marco Bras dos Santos mitteilte, würden die Häftlinge nicht ausreichend unterstützt werden. Laut ihm würden die ehemaligen Häftlinge häufig nur mit etwas Geld und ihren Koffern entlassen werden. Außerdem fehle ihnen oft ein Arbeitsplatz sowie eine Wohnung.

Der Mensch ist dann rausgekommen, hatte tatsächlich kein Geld in der Tasche, wusste nicht, wo er schlafen soll, also es war komplette Baustelle.

 

Marco Bras dos Santos, Sprecher der Gefangengerkschaft

Bras dos Santos übt harte Kritik an den Verantwortlichen. Seines Erachtens nach müsse der Staat die Aufgabe übernehmen, Gefangenen einen besseren Wiedereintritt in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Zurückweisung der Vorwürfe

Die Einschätzung der Gefangenengewerkschaft geht zurück auf eine Kleine Anfrage von der Linksfraktion im Sächsischen Landtag. Genau diese Kleine Anfrage kritisiert Jörg Herold vom sächsischen Justizministerium. So sagt er, dass die Behauptungen der Gefangengewerkschaft schlichtweg falsch wären. Da die Gewerkschaft, nicht alle Paragraphen des Strafvollzugsgesetzes beachten würden. 

Den Beitrag zum Thema können sie hier nachhören: 

Ein Beitrag von Redakteur Linus-Benedikt Zosel
 

 

 

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