Erzählcafé

Ostdeutsche Anekdoten aus den Sechzigern

Seit September 2017 fand in der Stadtbibliothek das "Erzählcafé" statt. Neun Mal trafen sich dort Leute, die Anekdoten aus ihrem Leben in der DDR teilen oder einfach zuhören wollten. Frei nach dem Motto: Damals war auch nicht alles gut oder schlecht.
Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Michael Hofmann
Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Michael Hofmann

Der Raum in der Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner Platz platzt aus allen Nähten. Überall sitzen und stehen Menschen zwischen 50 und 80 Jahren. Ein Mikrofon geht herum, jeder kommt dran. Die Leute erzählen aus ihrem Leben in der DDR. Sie erzählen von löchrigen Dächern, Bestechungsgelder für Ofenholz und kalte Winter aber auch von Feten in der Bäckerstube und dem Zusammenhalt in der Nachbarschaft.

Kaffeeklatsch mit DDR-Flair

Neun Mal trafen sich die Erzähler und Erzählerinnen bei Kaffee und Kuchen. Vielen Teilnehmenden sieht man an, dass sie selten so offen über ihre DDR-Vergangenheit erzählt haben. Die Stimmung im Raum ist je nach Thema euphorisch oder bedrückt. Die Themen sucht Dr. Michael Hoffman aus. Er moderiert die Veranstaltungen auch. Zusammen mit dem Verein, Bürger für Leipzig hat Michael Hofmann die Veranstaltungsreihe entworfen. Mit der großen Resonanz hatte zwar niemand gerechnet, wundern tut sie Dr. Hofmann aber nicht. An der Beliebtheit der Veranstaltungen sieht man, dass es den Teilnehmern an Räumen für ihre Geschichten mangelt.

Bedarf an Gesprächsräumen für DDR-Erfahrungen

Das die Erzählenden ihre DDR-Erfahrungen unter Gleichen teilen können hat einen großen Anteil am Erfolg des "Erzählcafés". Wie Dr. Hofmann auf die Idee der DDR-Geschichtsstunde gekommen ist, wie er die Aufarbeitung der DDR-Zeit bewertet und wie es nach der letzten Sitzung des Erzählcafés weitergeht gibt es hier nachzuhören:

Moderator Lukas Raschke im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Hofmann
Erzählcafé - Live-Gespräch mit Dr. Hofmann

 

 

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