Frisch Gepresst: RY X

Ohne Ecken und Kanten

Ruhe und Melancholie - das ist das neue Album von RY X. Der gebürtige Australier hat vor einigen Tagen sein viertes Studioalbum auf den Markt gebracht und zeigt, dass er auch nach seinem viralen Hit "Berlin" noch Musik machen kann.
RY X "Unfurl"
Ry X "Unfurl"

Wer einen erfolgreichen Song auf den Markt bringt, läuft Gefahr ein „One Hit Wonder“ zu werden. Also jemand, der nur einen Song in die Charts bringen konnte. Diese Angst hatte vielleicht auch der Australier RY X, der vor fünf Jahren mit seiner Single „Berlin“ durchstartete. Vor einigen Tagen kam nun sein viertes Studioalbum „Unfurl“ auf den Markt und zeigt, dass der Australier auch nach seinem Durchbruch noch Musik machen kann, die im Ohr bleibt.

RY X heißt eigentlich Ry Cuming und wurde in Australien geboren. Mit 18 wusste er dann auch genau, dass seine Ausbildung nicht das Richtige war und warf sie hin. Es zog ihn in die USA – wenn man berühmt werden will, dann da. Weiß jeder.

 

Durchbruch?

Tatsächlich lief es dann auch ganz gut für RY X. Ein Regisseur entdeckte ihn und unterstützte ihn bei seinem Debütalbum. Und obwohl er kurz darauf als Vorband von Maroon 5 und Phantom Planet auftreten durfte, wollten sich die Leute nicht so recht an ihn erinnern. Seine Musik blieb nicht im Ohr.

2013 sollte es dann so weit sein. Ry unterschrieb beim schwedischen Label Dumont Dumont und nannte sich von nun an RY X. Dann veröffentlichte er die Single „Berlin“ – und auf einmal hörten die Leute zu.

 

RY Xs Geheimnis? Authentizität.

Seine ersten Songs waren das, was andere hören wollten. Nicht seine eigenen, echten Gefühle.

Die hört man viel besser auf seinem neuesten Album. Hier sind die Songs in sich gekehrt und melancholisch. Das ganze Album ist sehr unaufgeregt, von Partyhymnen keine Spur.

Der Song „YaYaYa“ ist ein perfektes Beispiel dafür. Man hätte ihn bestimmt durch ein paar Beats zu einem Song umformen können, den tausende Menschen im Club mitgrölen können. So ist er aber etwas, das man zum „Mal in sich gehen“ hören kann.

 

Und genau das hat RY X auch im Prozess des Album-Schaffens getan. Er hat sich in die Berge verzogen und dort ganz alleine gearbeitet. Im Einklang mit sich und seiner Musik. Vielleicht klingt sein Album genau deswegen so minimalistisch, weil es sich von sanften Klavierklängen, unaufdringlichen Synthies und seiner leisen aber präsenten Stimme tragen lässt. Manchmal klingt es fast ein wenig zu vorsichtig, um sich an alle Lieder richtig zu erinnern.

Ein Lied, das trotzdem heraussticht, ist „Foreign Tides“. Es hat einen eingängigen Refrain und RY Xs Stimme ist deutlich markanter als auf den restlichen Songs, geht nicht in ein Geflüster über.

 

Fazit

„Unfurl“ kann man am besten hören, wenn man Zeit dafür hat. Denn so nebenbei läuft es nicht wirklich gut und klingt schnell eintönig.

Wer ein bisschen in den Himmel starren und träumen möchte, sollte sich die Platte anhören. Man kommt sich beim Hören vielleicht selber ein bisschen näher.  

 

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Celine Schmock
18.02.2019 - 16:05
  Kultur

RY X: Unfurl

Tracklist:

01 Body (Ambient)
02 Untold
03 Bound
04 Body Sun
05 YaYaYa
06 Coven
07 Hounds
08 Foreign Tides
09 The Water
10 Mallorca 
11 To Know
12 Sun (Ambient)
13 Fumbling Prayer

Erscheinungsdatum: 15.02.2019
Infectious / BMG