Drogen

Ohne Drogen keine Kultur?

Die Legalisierung von Drogen ist momentan ein internationales und aktuelles Thema. Momentan nur? Nicht ganz. Für den Politikwissenschaftler Dr. Robert Feustel waren Drogen schon immer ein fester Kulturbestandteil der Gesellschaft.
Crystal

Rauschmittel oder Medizin?

Wo Medikamente sind, da sind auch Rauschmittel. Die Trennung zwischen den beiden ist oftmals schwierig. Auch historisch betrachtet, könne man nicht genau sagen, ob Medikamente bzw. Medizin anfangs nur zur Behandlung von Krankheiten oder schon als Droge genutzt wurde. Wahrscheinlich sei, dass Pilze, Opiate aber auch Alkohol einige der ersten Mittel waren, die außerhalb von Behandlungen genutzt wurden. Eine "Anfangszeit" ist ebenfalls schwer festzumachen - in jeder Form von Kultur habe es verschieden Formen von Drogen bzw. -konsum gegeben, sodass Drogenkonsum irgendwie schon immer präsent war.

Ich frage mich, ob eine Kultur ohne Drogen möglich wär.

Drogen als Spiegel der Gesellschaft

Die Art und Weise wie Drogen konsumiert werden, sage schon etwas über Gesellschaften aus. Momentan sind viele "schnelle", also leistungssteigernde Drogen im Umlauf. Dazu gehört auch Crystal Meth. Feustel sieht Crystal als eine "Einstiegsdroge in die kapitalistische Welt". Crystal Meth erlaube gelangweilten oder überforderten Jugendlichen und Erwachsenen eine sehr hohe Taktung für eine gewisse Zeit zu fahren und passe sie so  an die Anforderungen an der Gegenwartskultur an. Dies ist für den Politikwissenschaftler ein "auffälliger Bruch zu älteren Drogenkulturen".

Gute Droge, schlechte Droge?

Heutzutage werden Drogen oft in "harte" und "weiche" Drogen eingeteilt. Robert Feustel sieht diese Einteilung jedoch als "...veraltet und falsch". Dies sei nicht zielführend, da es bei fast jeder Droge auf die Konsumform ankäme. Auch das Thema "Einstiegsdroge" sieht er als problematisch, da dies empirisch nicht nachweisbar sei - wenn überhaupt wäre es der Alkohol, der so in der Kultur etabliert ist, dass er gar nicht mehr als Droge wahrnehmbar ist.

Aktuell wird auch viel über die Legalisierung von Drogen geredet. Robert Feustel sieht das als sinnvoll an, da der Schwarzmarkt nicht zu unterbinden sei und mit der Legalisierung gleichzeitig die Qualität abgesichert werden könne.

Portugal kann da als gutes Beispiel genannt werden - momentan sind dort kleine Mengen von Drogen im Selbstbehalt legalisiert und es wird ein Konsumrückgang bei allen Stoffen festgestellt.

mephisto 97.6 Redakteuerin Lea Heilmann war mit dem Politikwissenschaftler Dr. Robert Feustel im Gespräch über die aktuelle "Drogenkultur": 

mephisto 97.6 Redakteurin Lea Heilmann über die aktuelle Drogenkultur
 
 

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Lea Heilmann
12.05.2016 - 13:25