Schutzmaßnahmen

Obhut in sozialen Einrichtungen

Bei einer sogenannten Schutzmaßnahme wird ein Kind oder ein Jugendlicher vorübergehend seinen Eltern entzogen und in Obhut gebracht. Die Zahl dieser ist im vergangenen Jahr erheblich gestiegen.
Die Schutzmaßnahmen bei geflüchteten Minderjährigen sind von 1.300 auf über 3.000 gestiegen.

Schutzmaßnahmen können von den Eltern, dem Jugendamt, Ärzten und den Kindern selbst bestimmt werden, wenn sie von ihren Eltern nicht mehr betreut werden können. Im vergangenen Jahr ist die Zahl dieser Schutzmaßnahmen in Sachsen um 42 Prozent gestiegen. 2015 waren es ungefähr 4.000 in Obhut genommene Minderjährige. 2016 dann bereits 5.700. Durchschnittlich wären das pro Tag etwa 16 solcher Schutzmaßnahmen. 

Der Anstieg läge nach Angaben des Statistischen Bundesamtes größtenteils an der Zuwanderung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen, ohne Begleitpersonen aus dem Ausland. Bei der unbegleiteten Einreise von Minderjährigen ist die Zahl um mehr als das Doppelte gestiegen. 

Zurück nach Hause

Normalerweise kehren die Kinder und Jugendlichen nach einer vorläufigen und über einen kurzen Zeitraum andauernder Inobhutnahme in ihr soziales Umfeld zurück. Geflüchtete hingegen werden in sozialen Einrichtungen untergebracht. Dort leben sie meist auch längerfristig.

Also aus der Erfahrung zeigt sich tatsächlich, dass es für die Jugendlichen gut ist, mit Gleichaltrigen zu leben. Sie haben dort einen geregelten Alltag (...), der den Jugendlichen hilft, sich möglichst schnell und in Ruhe in dieser neuen Umgebung zurechtzufinden.

Thomas Hoffmann, Mitarbeiter beim Sächsischen Flüchtlingsrat

Innerhalb dieses Lebensalltags würden neben der Schule und dem Wohnen auch die Aufgaben und Probleme, die die Minderjährigen zu bewältigen haben, sich positiv auf sie auswirken.

Thomas Hoffmann ist jedoch der Meinung, dass die Zahl in diesem Jahr und in den kommenden Jahren eher abnehmen wird. Vor allem läge das an der zurückgehenden Anzahl an Geflüchteten, welche sich auch auf die Zahlen der Kinder und Jugendlichen auswirken würden.

Weitere Informationen zu dem Thema können Sie im Studigespräch von mephisto 97.6-Redakteur Linus-Benedikt Zosel mit Moderator Paul Materne nachhören: 

Ein Beitrag von Linus-Benedikt Zosel
 
 

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