Konzertbericht: The Kooks

Nostalgie und Neuanfänge

Wenn man an Indie Rock denkt, dann wird man früher oder später auf eine Band stoßen – The Kooks. Nach drei Jahren Pause veröffentlichten die Briten ihr lang ersehntes fünftes Album „Let’s Go Sunshine“ und kamen damit am 03.04. auch nach Leipzig.
The Kooks im Haus Auensee
The Kooks im Haus Auensee

Obwohl die Show im Haus Auensee schon um kurz nach 19 Uhr mit dem Auftritt von Calum Beattie losgeht, ist der Saal noch leer. Bis The Kooks anfangen dauert es nämlich noch ganze zwei Stunden. Entsprechend ruhig ist auch die Stimmung. Der Singer-Songwriter aus Edinburgh spielt ein paar seiner Songs, während das Publikum gemütlich mitschaukelt.  

Blossoms im Haus Auensee
Tom Ogden von Blossoms

Dann geht es weiter mit Blossoms. Die Band, die Anfang 2017 als British Breakthrough Act nominiert wurde, spielt Musik, die man als 80er Jahre Pop mit Indie Einflüssen beschreiben könnte. Auch wenn die fünf Jungs aus Stockford mit einer unglaublichen Energie performen, will sich das Publikum nicht so ganz mitreißen lassen. Es scheint als würden einfach alle nur auf den Auftritt von The Kooks warten.

Let's Go Sunshine, Let's Go Different

Auf die Tour der Kooks haben viele Fans schon seit langem gewartet. Ihr letztes Studioalbum „Hello, What’s Your Name?“ veröffentlichte die Band 2015. Danach kam außer einer „Best Of“-Platte erstmal nichts. Auf ihrem neuen Album „Let’s Go Sunshine“ machen sie einen Neuanfang. Bisher kannte man von den Briten vor allem tanzbaren Indie Rock mit gute Laune Faktor. Ihre neue Platte wirkt dagegen eher melancholisch und schwer.

Das kommt auch während der Show deutlich zum Ausdruck. Die anfänglich noch recht fröhliche Stimmung im Haus Auensee wird bei schon bei den ersten neueren Songs wie “Pamela“ und „Four Leave Clover“ verdrängt. Doch auch mit älteren Hits wie „Naive“ oder „Junk of the Heart“ scheinen The Kooks das Publikum nicht wieder in Stimmung bringen zu können. Als Luke den Refrain von „Jackie Big Tits“ anstimmt, animiert er die Menge mitzusingen. Vereinzelt gibt es kleine Grüppchen, die lautstark mitgrölen und den Songs alle Ehre machen, doch die allgemeine Stimmung scheint eher träge.  ​

Von Pärchen, Nostalgie und funky Outfits

Luke Pritchard von The Kooks
Luke Pritchard von The Kooks

Lässt man den Blick durch den Saal schweifen, kann man das Publikum recht schwer einordnen. Hier und da ein paar aufgeregte Fangirls, Leute von jung bis alt, Hipster und vor allem Pärchen (ganz viele Pärchen). Eigentlich nicht so verwunderlich - bei einer Band die es schon seit mehr als 15 Jahren gibt, kommt einiges an Songs zusammen – in solch einem Repertoire ist für jeden etwas dabei. Gerade die älteren bekannteren Songs scheinen viele Nostalgiker angelockt zu haben - eben ein netter Konzertabend mit hier und da ein paar Liedern die man kennt.

​The Kooks lassen sich von der fehlenden Freude über ihre neuen Songs aber nicht irritieren. Ausgelassen springt Sänger Luke Pritchard auf der Bühne herum und präsentiert seine verschroben süßen Dance-Moves. Auch der Rest der Band scheint sichtlich Spaß zu haben. Skinny Jeans haben die vier zwar mittlerweile hinter sich gelassen, doch ihr Style ist immer noch funky. Luke‘s Outfit, ein halb aufgeknöpftes Hemd mit einer blauen Samt Hose, wird von der Disco Beleuchtung gerade richtig in Szene gesetzt.

 

Fazit

Dass The Kooks nach so vielen Jahren immer noch ein so großer Name in der Indie Szene sind, haben sie meiner Meinung nach auch verdient. Allerdings merkt man, dass nicht nur sie sich mit ihrem neuen Album verändert haben, sondern auch ihr Publikum. Und obwohl sie eine wunderbare Show abgelegt haben, stellt man fest, dass ihre neuen Songs einfach nicht mehr den gleichen Anziehungsfaktor haben wie die Alten.

The Kooks im Haus Auensee
Luke Pritchard von The Kooks
 
 

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