Umsonstladen

Neues Leben für aussortierte Schätze?

In dem soziokulturellen Zentrum Gießerstraße 16 im Leipziger Westen wird unter anderem ein Umsonstladen betrieben. Der Grundgedanke ist, aussortierte und nicht mehr benötigte Sachen weiter zu vermitteln – ohne, dass Geld den Besitzer wechselt.
Schild des Leipziger Umsonstladens
Schild im Eingangsbereich des Umsonstladens in Leipzig Plagwitz

Jeder kennt diesen Moment: Nach einem Nachmittag des Ausmistens fühlt man sich befreit und aufgeräumt – und hat jede Menge Schätze, die man selber nicht mehr benötigt. Den Krimi, den man eh nie wieder lesen wird, die Hose, die nicht passt, oder die viel zu große Sammlung an Tassen. All diese Dinge braucht man selber nicht mehr. Zum Wegschmeißen sind sie aber natürlich trotzdem zu schade. Irgendjemand hat das Buch noch nicht gelesen oder braucht dringend mehr Kaffeetassen. Hier kommt der Umsonstladen in der Gießerstraße 16 im Leipziger Westen ins Spiel.  

 

 

Wie funktioniert der Umsonstladen?

Das Prinzip des Ladens ist ganz einfach: Abgegeben werden kann alles, was sauber und noch funktionstüchtig ist. Außerdem ist es wichtig, dass man die Gegenstände selber tragen kann. Für den Schrank, der nach einem Umzug übrig bleibt, ist der Umsonstladen also nicht unbedingt die richtige Anlaufstelle. Man könnte aber trotzdem versuchen, ihn über das schwarze Brett vor dem Ladeneingang weiter zu vermitteln. Ebenfalls ausgeschrieben werden dort auch Dienstleistungen wie etwa Sprachkurse.

Die abgegebenen Bücher, Spielzeuge und Ähnliches werden von Helfern sortiert und können wieder mitgenommen werden. Dabei besteht kein Tauschzwang - jeder kann sich aussuchen, was er braucht, auch ohne vorher etwas abgegeben zu haben. Seit 2005 wird der Laden von freiwilligen Helfern betrieben und von Plagwitzer Bürger und Bürgerinnen gerne genutzt.

Und der Laden ist eigentlch ein fester Bestandteil von diesem, naja, Kiez.

Helfer des Umsonstladens in Leipzig

Was steckt dahinter?

Die Idee hinter dem Konzept des Umsonstladens ist zum einen, Ressourcen zu schonen, indem eine Alternative zum Neukauf geboten wird. Zu anderen stellt das Konzept des Ladens für manche Betreiber und Nutzer eine alternative Form des Wirtschaftens dar. Auch der karitative Gedanke spielt häufig eine Rolle.

Umsonstläden mit ähnlichen Ansprüchen gibt es auch in anderen deutschen Städten. Jedoch sind die über 80 Umsonstläden in Deutschland meistens eher unabhängig voneinander organisiert und daher auch nicht alle nach den selben Kriterien aufgebaut. Der Anspruch, aktiv auf lokaler Ebene etwas zu verändern, spielt aber zumindest in Leipzig sicher eine wichtige Rolle.

Ich war oder bin von der Idee begeistert, alternatives Wirtschaften aufzubauen, zu entwickeln und einfach zu machen.

Helfer des Umsonstladens in Leipzig

Das Prinzip hinter solchen Einrichtungen wird häufig als Umsonst-Ökonomie bezeichnet. Ressourcenschonung, Kritik am Konsumverhalten und kapitalistischer Wirtschaftsweise sollen durch die kostenfreie Weitergabe von Produkten ausgeübt und Solidarität mit anderen gelebt werden. Das selbe Konzept findet sich auch in den so genannten Giveboxes oder Umsonst-Märkten wieder, die es ebenfalls bereits in mehreren deutschen Städten gibt. Ähnlich wie beim Umsonstladen kann man nicht mehr Benötigtes abgeben und sich etwas Neues mitnehmen.

Die Idee, die hinter den Umsonstläden steckt, scheint Anklang zu finden. Auch wenn sie sich bisher nicht großflächig durchgesetzt hat, bietet sie dennoch eine Alternative zu Neukäufen, Seconhandshops und Ähnlichem.

mephisto 97.6 Redakteurin Johanna Bastian hat sich im Umsonstladen in Plagwitz umgesehen: 

mephisto 97.6 Redakteurin Johanna Bastian hat sich im Umsonstladen etwas genauer umgesehen
 
 

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Johanna Bastian, Kaja Weber
17.08.2016 - 11:59

Der Umsonstladen in Leipzig ist Montags und Donnerstags von 15:00-20:00 Uhr geöffnet.

Eine Website, die weitere Informationen zum Umsonstladen in Leipzig bietet, finden Sie hier.