Das lange Interview mit Max Uthoff

Neues aus der Anstalt

Jura, Satire, Journalismus – kaum einer vereint diese drei Themengebiete so wie Kabarettist Max Uthoff. Wortgewandt, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt, kommentiert er im langen Interview sein Leben und natürlich die aktuelle Politik.
Max Uthoff mit Moderator Yannick Jürgens
Max Uthoff mit Moderator Yannick Jürgens

„Die Anstalt“ macht Sommerpause und Max Uthoff Ferien? Falsch gedacht! Derzeit tourt der Kabarettist mit seinem Bühnenprogramm „Gegendarstellung“ durch Deutschland. M19 hat ihn zwischen seinen zwei Auftritten in Leipzig getroffen.

Unfreiwillig komisch

Seine erste Bühnenerfahrung sammelte Max Uthoff schon als Kind am Rationaltheater in München, dem Theater seiner Eltern. Er ist praktisch mit dem Kabarett groß geworden. Deshalb verschlug es ihn nach seinem Jurastudium und den quälenden Monaten in einer privaten Baurechtskanzlei auch wieder dorthin zurück. Ihm war klar geworden, dass er mit dem Anwaltsberuf nicht den Rest seines Lebens zubringen würde. Schon im Studium interessierte er sich eher für die Studieninhalte, die nicht examensrelevant waren.   

Grundsätzliche Fragen nach der Gerechtigkeit werden da gar nicht gestellt. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man dieses Studium beginnt. Gerechtigkeit hat damit überhaupt nichts zu tun.

Max Uthoff

Dennoch konnte Max Uthoff seinem Studium etwas abgewinnen, nämlich die Angewohnheit Texte sehr genau zu lesen. Außerdem sagt er:

Juristen haben eine seltsame Art und Weise, das Leben zu betrachten. Unfreiwillig komisch.

Max Uthoff

Satire kann nicht alles

Man kennt Max Uthoff vor allem aus der Anstalt, die er seit 2014 mit seinem Kollegen Claus von Wagner moderiert. Bereits mehrfach wurde die Sendung ausgezeichnet. Vor einem Jahr gab es den Deutschen Fernsehpreis und 2015 sogar den Grimme-Preis in der Kategorie „Unterhaltung“.

Sie haben aus der Gewohnheit, Kabarettsendungen als Werbeflächen für Bühnenprogramme zu missbrauchen, die Tugend einer packenden Ensembleaufführung gemacht. Sie schreiben für jede Sendung fast ein komplettes Theaterstück.

Jurybegründung Grimme-Preis

Die Gäste fest in die Sendung einzubinden, war eines ihrer erklärten Ziele, als Von Wagner und Uthoff die Sendung übernahmen. Außerdem wurde ihnen schnell klar, dass sie nicht nur über Menschen sprechen wollen. Indem sie Betroffene einladen, die auf der Bühne über ihr Schicksal sprechen, sprengen die beiden oft den Rahmen der klassischen Satire. Ein Beispiel dafür wäre der Auftritt des syrischen Flüchtlingschors im November 2014. Bei solchen Sendungen nimmt Max Uthoff auch gerne in Kauf, dass die Lacher dann verstummen. Es gibt nämlich etwas, das Satire nicht schaffen kann, sagt Uthoff.

Da könnte man 150 gute Witze machen, die niemals annähernd dieselbe Wirkung beim Publikum erreichen.

Max Uthoff  

Im langen Interview spricht Max Uthoff außerdem über seinen Arbeitsalltag bei der Anstalt, den Journalismus in der Krise und die Bundestagswahl:

Kabarettist Max Uthoff im Gespräch mit mephisto 97.6-Moderator Yannick Jürgens

Redaktion:

Angela Fischer, Kaja Weber (M19)
Taiina Grünzig, Hanna Kormann, Max Koterba, Lukas Raschke, Tabea Speder, Matthias Weinzierl (Nachschlag)

Kabarettist Max Uthoff im Gespräch mit mephisto 97.6-Moderator Yannick Jürgens
 

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