CD der Woche: Foster The People

Neues Album, neuer Stil

Goodbye „Pumped Up Kicks“, goodbye Indiepop. Foster The People verabschieden sich mit ihrem dritten Album in elektronische Gefilde.
Foster The People
Foster The People haben ihr drittes Album veröffentlicht.

Wären Foster The People ein Tier, dann wären sie ein Chamäleon.Veröffentlichen sie ein neues Album, dann sind sie erstmal kaum wiederzuerkennen. Während sie sich auf ihrem Debüt „Torches“ ganz dem Indie-Pop hingaben, entpuppte sich der Nachfolger „Supermodel“ als dynamischer Psychedelic-Pop im 60s-Flair. Bei so viel Bereitschaft zum Stilbruch überrascht es wenig, dass Foster The People mit Album Nummer Drei erneut eine gänzlich andere Richtung einschlagen.

Experimenteller Elektropop

Schon die ersten Sekunden des Openers „Pay The Man“ machen klar: Foster The People haben vorerst genug vom Indie-Pop. Mit „Sacred Hearts Club“ zeigen sich die US-Amerikaner von ihrer bisher elektronischsten Seite. Der Hörer wird von einem eingängigen Beat begrüßt, der sich zielstrebig durch den ganzen Song zieht. Ein roter Faden, der im Rest des Albums verloren geht. In „Time To Get Closer“ lässt Foster seine Liebe für The Beach Boys durchblicken. „Lotus Eater“ hingegen ist ungewohnt pop-rockig.

My eyes are wandering
Can we just eat the news?
And dance around the room
In a scattered point of views

 

 

Auch auf dem neuen Album beweist das Trio ein Händchen für radiofreundliche Musik. Manchmal wagen sie sich dabei aber gefährlich nah Richtung Mainstream. „Doing It For The Money“ (mitgeschrieben von OneRepublic-Sänger Ryan Tedder) etwa dürfte keine Probleme haben, sich seinen Weg in die Liga des Kommerzgedudels zu bahnen. Das widerrum wirft ein wenig rühmliches Licht auf das Album als Ganzes.

In der Ruhe liegt die Kraft

„Sacred Hearts Club“ spaltet die Geister. Während die einen Foster The People für ihre Experimentierfreude loben, sind andere vom Album gelangweilt. Zugegeben, das spannendste Foster-The-People-Album ist „Sacred Hearts Club“ mit Sicherheit nicht. Genau das ist aber der Punkt. Es besticht mit seiner Lockerheit und birgt deshalb Potenzial, das perfekte Album für laue Sommerabende zu werden.

 

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Ariane Seidl
26.07.2017 - 16:17
  Kultur

Foster The People: Sacred Hearts Club

Tracklist:

01. Pay the Man*
02. Doing It for the Money
03. Sit Next to Me
04. SHC
05. I Love My Friends
06. Orange Dream
07. Static Space Lover*
08. Lotus Eater*
09. Time to Get Closer
10. Loyal Like Sid & Nancy
11. Harden the Paint
12. III

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 21.07.2017
Sony Music