Umwelt

Neuer Plan für sauberere Luft

Die Sauberkeit der Luft geht alle etwas an. Und das nicht erst seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgericht Leipzig über Diesel-Fahrverbote. Die Stadt Leipzig legte nun ihren neuen Luftreinhalteplan vor.
Lärm und Abgase stören den Alltag der Anwohner

Am Freitag präsentierte der Umweltbürgermeister Leipzigs, Heiko Rosenthal, einen Entwurf zum neuen Luftreinhalteplan der Stadt Leipzig. Dabei geht es darum den seit 2009 bestehenden Plan fortzuschreiben, um so die Luftqualität zu verbessern. Konkret geht es um die Einhaltung bzw. Unterschreitung der Grenzwerte für Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2).

Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung

Gemessen wurde an den Messstationen Leipzig-Lützner Straße (LLÜ), Leipzig-Mitte (LMI) sowie Leipzig-West (LWE).

Feinstaub:

Feinstaubbelastung in Leipzig

Während die Feinstaubwerte seit 2005 durchgehend unterschritten wurden, überschreiten die Stickstoffdioxidwerte in verkehrsnahen Gebieten den Immissionsgrenzwert von 40 μg/m³. Es besteht also Handlungsbedarf. Die Gesundheit der Leipziger steht im Vordergrund. Es geht aber auch um drohende Klagen bei Nichteinhaltung der EU-Schadstoffrichtlinie. Laut Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal ginge es bei dem Luftreinhaltungsplan nur darum die Grenzwerte einzuhalten und nicht darum die Luftqualität radikal zu verbessern.

Stickstoffdioxid:

Stickstoffbelastung in Leipzig

Maßnahmen für bessere Luft

Die insgesamt 56 Maßnahmen zur Minderung der Luftschadstoffbelastung sind auf kurz-, mittel- und langfristige Wirkung ausgelegt. Die kurzfristigen Maßnahmen haben die höchste Priorität. Sie sollen Verkehrs-Hotspots, also Bereiche oder Straßen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen, entlasten. Generell geht es darum für flüssigeren Verkehr zu sorgen und ihn gleichmäßiger in der Stadt zu verteilen. Dafür sollen beispielsweise Ampelschaltungen verbessert und Geschwindigkeitsreduzierungen durchgeführt werden. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge solle es so Rosenthal allerdings nicht geben.  

Mittel- und langfristige Maßnahmen zielen darauf ab, Alternativen zum Auto zu fördern. Darum soll Radfahren attraktiver gemacht werden, indem Radwege ausgebaut werden und gerade im Winter besser instand gehalten werden. Außerdem sieht der Plan mehr Elektromotoren im ÖPNV und bei Fahrzeugen der Stadt vor. Auch bei der Stadtplanung soll auf Schadstoffvermeidung geachtet werden genauso wie bei Industrie und Gewerbe.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Studiogespräch von Hannes Berger mit Moderator Janek Kronsteiner.
 
 

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Moritz Lünenborg
02.03.2018 - 19:56
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