Stasi-Unterlagen

Neue Aufbewahrungsstätten

Der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat heute den 13. Tätigkeitsbericht der Stasi-Unterlagen-Behörde an den Präsidenten des Bundestags übergeben. Laut Jahn brauche man künftig modernere Aufbewahrungsstätten – auch in Leipzig.
Unzählige Stasi-Akten werden in verschiedenen Archiven gelagert.

Die Nachfrage bleibt

Laut Bericht sei die Zahl der Antragsteller auf Einsicht von Stasi-Unterlagen im Jahr 2016 zurückgegangen. Bundesweit liegt die Zahl bei 48.000 Anträgen. Im Jahr zuvor seien es noch 62.000 gewesen. Dennoch sei Nachfrage vorhanden. Auch Anträge aus dem Bereich der Medien und Forschung kämen stetig hinzu. In Leipzig konnten im vergangenen Jahr 3.693 Bürgeranträge auf Einsicht verzeichnet werden. Das Sichten wird auch weiterhin möglich sein. Denn nach Entscheidung des Deutschen Bundestages im Juni 2016 wurde zugesichert, dass der Gesamtbestand und die Zugangsrechte erhalten bleiben. Dies sei für den Bundesbeauftragten der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, ein Meilenstein.

111 Kilometer Stasi-Vergangenheit

Ganze 111 Kilometer Länge messen die Akten der Hinterlassenschaft des DDR-Geheimdienstes. Die Hälfte davon sei zurzeit auf zwölf Archivstandorte in den ehemals ostdeutschen Bundesländern verteilt. Zu einem dieser Standorte zählt auch Leipzig, mit ganzen 8.610 Metern Archivgut. Im Gebäude der ehemaligen Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit am Dittrichring befinden sich heute Berge aus Akten, Fotos, Karteikarten, Tonbändern, Filmen und weiteren Überresten der Stasimachenschaften. Betroffene können auf Antrag all dies einsehen. Doch bald könnte es hier Veränderungen geben. Denn laut Roland Jahn sei keiner der derzeitigen Archivstandorte auf Dauer für die Aufbewahrung geeignet. Die Kriterien für eine archivgerechte Lagerung würden nicht erfüllt, so der Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagen-Behörde. Bei der geplanten Umstrukturierung liege ihm vor allem die Einbindung in die Gedenkstättenlandschaft des jeweiligen Landes am Herzen.

Repression, Revolution und Aufklärung, dieser Dreiklang, den die Stasi-Akten repräsentieren, er braucht jetzt neue und vor allem zukunftsfähige Strukturen, geeignete Orte und zeitgemäße Vermittlung.

Roland Jahn

Dazu habe Roland Jahn in den vergangenen zwei Jahren bereits Gespräche mit den Ländern aufgenommen. Die Stadt Leipzig und Umgebung könnten sich eine Kombinierung aus Unterlagen-Archiv und Gedenkort vorstellen. So soll vor allem auch für die nächsten Generationen die Arbeit mit den Stasi-Unterlagen ermöglicht werden.

Den Opfern gerecht werden, aufklären über Ursachen und Folgen von Unrecht und das Bewusstsein für Demokratie und Menschenrechte stärken.

Roland Jahn

So soll also auch für die Zukunft ein besonderer Augenmerk auf die Aufarbeitung gesetzt werden.

Im Beitrag zum Thema erklärt mephisto 97.6 Redakteur Til Schäbitz unter anderem, wie man seine Akte anfordern kann und warum das teilweise mit monatelangen Wartezeiten verbunden ist:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Til Schäbitz
2103_BmE_Stasiarchiv

 

 

Kommentieren