Konzertbericht: Fil Bo Riva

Nein, nicht AnnenMayKantereit!

Fil Bo Riva, das ist doch der italienische AnnenMayKantereit. Oder Milky Chance. Oder Faber? Nein, einfach Fil Bo Riva.
Fil Bo Riva
Fil Bo Riva im ausverkauften UT Connewitz.

Für viele sind Fil Bo Riva Balsam für Liebeskummer. Wenn Filippo Bonamici erstmal mit seiner Reibeisenstimme anfängt davon zu singen, wie er doch die eine mehr liebte, als sie ihn, schmelzen die Mädchenherzen dahin. Aber wer ist diese Band, die gerade auf großen Festivals wie MS Dockville oder dem Lollapalooza spielen und durch ganz Europa tourt?

Größere Hallen, größere Band

Fil Bo Riva – das ist eine Indie-Pop Band bestehend aus dem Frontsänger Filippo und dem Gitarrist Felix. Seit neustem hat das Duo aber Zuwachs bekommen und treten nun mit Schlagzeuger Henry und Bassist Aaron auf. 2016 veröffentlicht die Band ihre EP „If You’re Right, It’s Alright“, die ein großer Erfolg für die Band wird. Prompt sind sie Support Act für AnnenMayKantereit und Milky Chance. Als die Dinge ihren Lauf nahmen, gingen die Jungs 2017 dann schon alleine auf Tour. Dieses Jahr folgte nun ihre dritte Tour. Und wie sollte sie auch anders heißen als „Tour No.3“? Einfach zu merken. In Leipzig treten sie aber das erste Mal auf. Und das traf auf großen Andrang. Das Konzert war in kürzester Zeit restlos ausverkauft. In dem gemütlichen UT Connewitz sammelten sich unmengen an Mädchen an, die sehnsüchtig auf den Halb-Italiener warteten.

Bang Bang im UT Connewitz

Die Stimmung war nach dem Auftritt der Vorband „Rikas“ schon sehr heiter. Als dann Fil Bo Riva auf die Bühne treten, geht das Licht aus und es wird erstmal still. Sie beginnen mit einem ruhigen Song und sind nur schwer zu erkennen. Die Band wird hinter dunklem Licht und Nebel versteckt. Das ändert sich leider über die Zeit hinweg kaum, und man verweilt in schummriger Stimmung. Als dann aber Killer Queen angestimmt wird, gibt es einen Hochschwung. Es geht ein Jubeln durch die Menge und alle singen mit.

Fil Bo Riva
Fil Bo Riva im ausverkauften UT Connewitz.

Album in Reichweite

Nach dem Song erklärt Filippo, dass er auch neue Songs spielen will, die noch gar nicht veröffentlicht worden sind. Was sehr gut für Fil Bo Riva, aber auch für das Publikum ist. Denn damals in Dresden auf dem Konzert spielen sie ihre fünf Songs der EP, füllen die Setlist aber mit vielen Covern. Jonny Cash wird zwar dieses Mal auch gecovert, aber der Rest sind eigene Songs. Zu den neuen Songs kann zwar keiner mitsingen, aber genießen tun es trotzdem alle. Der Sound ist bei vielen Songs immer noch melancholisch, aber mit Blindmaker und Head Sonata bringt Fil Bo Riva mal etwas mitreißenderes und mehr Pop-mäßiges mit, was gute Laune aufbringt.

Vielleicht ein wenig zu gemütlich

Die Stimme von Filippo lässt nicht zu wünschen übrig, und so singt er sich mit seinen langsamen Songs den Mädchen ins Herz. Bei der gemütlichen Stimmung wäre dann aber vielleicht doch auch eher ein bestuhlter Saal passender gewesen. Auch die Kommunikation zwischen der Band und dem Publikum ist eher Mau, man lernt niemanden auf der Bühne so richtig kennen. Wen das nicht stört, kann sich auf ein Konzert mit starker Stimme freuen.

 

 

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Lena Jansen
09.05.2018 - 15:40
  Kultur