Ostwache Leipzig e.V.

Nachbarschaft ist nicht gleich Heimat

Jährlich verleiht die Nebenan-Stiftung den Deutsche Nachbarschaftspreis. Dieser geht an Projekte für mehr Integration und Inklusion. Nun trat aber der Verein Ostwache Leipzig e.V. sowie zwei weitere nominierte Vereine von der Nominierung zurück.
Innenhof des Vereins Ostwache Leipzig e.V.
Ostwache Leipzig e.V.

Nachdem die Nachbarschaftsinnitativen „Moabit Hilft“ und die „wielebenwir“-Initiative von ihre Nominierung zurückgetreten sind, zieht nun auch der Verein Ostwache Leipzig e.V. nach. Grund dafür war die Schirmherrschaft Horst Seehofers über den Preis. Der Verein Ostwache Leipzig e.V. begründete den Rücktritt damit, dass er mit Seehofers politischen Einstellungen nicht übereinstimmt. Die Person Horst Seehofers sei grundsätzlich nicht mit der Nachbarschaftsarbeit der Initiativen vereinbar:

Weil wir alle mit unseren Projekten für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft stehen. Und diesen Grundwerten widerspricht Horst Seehofer. Und das können wir einfach nicht vereinen.

Lina Hurlin, Vorstandsvorsitzende der Ostwache Leipzig e.V.

Übereinander und Miteinander 

Die Nebenan-Stiftung, welche den Deutschen Nachbarschaftspreis verleiht, stellte sich zunächst auf die Seite der Kritisierenden, sieht aber ein schlechtes Zeichen im Rücktritt des Ministers. So teilte der Geschäftsführer der Stiftung Michael Vollmann in einer Pressemitteilung mit, dass der Rücktritt ein bedauernswertes Zeichen für die Gesellschaft sei:

Die nebenan.de-Stiftung hat mit der Verleihung des Deutschen Nachbarschaftspreises den Raum für den Dialog zwischen den engagierten nominierten Initiativen und dem Schirmherrn aufgemacht. Diesen Raum nun nicht zu betreten, nehmen wir mit Enttäuschung zur Kenntnis.

Michael Vollmann, Geschäftsführer der Nebenan-Stiftung

Der Anlass für Seehofers Rücktritt seien negative Äußerungen der Nebenan-Stiftung ihm gegenüber. Er fühle sich diskriminiert, da die Stiftung ihm Toleranz, Mitmenschlichkeit und Offenheit abspräche. Dazu äußerte sich Lina Hurlin folgendermaßen:

Also das können wir nicht erns tnehmen [...]. Es ist natürlich total wichtig, dass nachbarschaftliches Engagement gefördert wird, aber wir können auch nicht von jedem Geld annehmen und auch nicht von Horst Seehofer, dessen rassistisches und antiquiertes Weltbild wir halt überhaupt nicht teilen.

Lina Hurlin, Vorstandsvorsitzende der Ostwache Leipzig e.V.

Der Deutsche Nachbarschaftspreis wird jährlich von der Nebenan-Stiftung verliehen. Ausgezeichnet werden vor allem Projekte, die sich für mehr Integration und Inklusion in Nachbarschaften einsetzen.

Max Marius Pyl hat sich mit dem Thema beschäftigt. Den Beitrag finden sie hier zum Nachhören:

EIn Beitrag von Max Marius Pyl
Rücktritt von der Nominierung für den Deutschen Nachbarschaftspreis
 

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Leon Holger Switala
03.08.2018 - 19:29