Das lange Interview mit Sven Regener

Musiker haben keine Ansprüche zu stellen

Wir haben den Sänger der Band Element of Crime und nebenberuflichen Erfolgsautor, Sven Regener, in Halle zum Interview getroffen. Herausgekommen ist ein Gespräch über seine Figur Frank Lehmann, Techno, Wiederholungen in der Kunst und Nazi-Hooligans.
Sven Regener mit Moderator David Seeberg
Musiker und Autor Sven Regener

Regeners Ansichten sind ein bisschen, wie man es anhand seiner Songtexte erwarten würde: sehr pointiert und teilweise etwas verschroben. Dass der Interviewer mit Standardphrasen abgespeist wird, ist bei ihm jedenfalls nicht zu erwarten. Aussagen wie die, er habe keine Lust "Museumswärter der eigenen Repertoiregeschichte" zu werden, könnten so auch aus einem seiner Songtexte kommen. Vorgetragen werden diese in der typischen Sven Regener Manier: in schier atemberaubender Geschwindigkeit.

Immer wieder überrascht der Musiker mit seinen Aussagen. So sagt er etwa über seine Rolle als Künstler, dass er  "überhaupt nichts vom Publikum zu wollen" habe und vertritt die Ansicht als Künstler habe man "keine Ansprüche zu stellen". Sven Regener vertritt starke Meinungen. Wenn ihn etwas stört, wird das schon immer mal wieder als "Quatsch" oder "Blödsinn" abgetan, oder mit Aussagen wie "wie stumpf ist das denn" bedacht. So bricht er gegen Ende des Gesprächs etwa eine Lanze für Techno. Auch für ihn als Rockmusiker sei das eine Musik in ihrem eigenen Recht mit vielen tollen Musikern. Nur im eigenen musikalischen Kosmos zu verharren sei "arrogant" und "schade".

Das komplette Interview zum Nachhören gibt es hier.

Moderator David Seeberg im Gespräch mit Musiker und Autor Sven Regener

Redaktion: Moritz Fehrle, Fynn Bachmann, Max Pyl, Frauke Siebels

Das lange Interview mit Sven Regener
 

Kommentare

Hallo David!
Habe mir gerade das sehr interessante Interview mit Sven Regener angehört.
Sehr gut gemacht! Professionell und souverän.
Sven Regener ist ein 'Typ' nach meinem Geschmack. Wußte gar nicht, dass er auch beim KBW war. Eine Erfahrung, die wir teilen. Seine kritische Reflexion über diese Zeit – insbesondere im Soldaten- und Reservistenkomitee des KBW – kann ich gut nachvollziehen.
Sehr gefallen hat mir seine Vorliebe für die Hamburger Hafenbarkassen und dass er dort gerne Skipper wäre. Er ist halt ein Norddeutscher und ein kluger, kantiger, sehr geerdeter Mensch. Davon brauchte es mehr in diesen 'stürmischen', politisch unsäglichen Zeiten.
Danke für das tolle Interview. Mach weiter so! Du hast es drauf!
Dein GrandPa :)

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