Projekt "Starke Lehrer - starke Schüler"

Mit starken Lehrkräften gegen Rassismus

Um junge Erwachsene auf die Gefahren von rechtsextremen Entwicklungen aufmerksam zu machen, startete Sachsen das Modellprojekt „Starke Lehrer-starke Schüler“.
Nach wie vor spielt auch Rassismus im Alltag eine große Rolle
mephisto97.6-Reporterin Terry-Ann Branch berichtet über das Modellprojekt "Starke Lehrer - starke Schüler"
Modellprojekt "Starke Lehrer - starke Schüler"

Rechte Demonstrationen, Brände in Asylunterkünften, rassistische Äußerungen auf der Straße oder im Internet – das politische Klima in Deutschland hat sich in den letzten Monaten stark verändert. Fremdenfeindliche Diskussionen machen auch vor dem Klassenzimmer keinen Halt mehr. Gibt es rassistisches Gedankengut in der Familie oder unter Freunden, dann tragen dies die Schüler auch mit in die Schule hinein. Viele Lehrkräfte wissen deshalb nicht mehr, wie sie mit solchen Meinungen und Äußerungen umgehen sollen.
Das Projekt „Starke Lehrer – starke Schüler“ will Lehrer dabei unterstützen, sich in solchen Konfliktsituationen richtig zu Verhalten. Die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth betont dabei die wichtige Rolle eines Lehrers in Konfliktsituationen.

Starke Lehrerpersönlichkeiten können am besten gegen rassistische Diskuissonen und Verhaltensweisen argumentieren.

Brunhild Kurth, sächsische Kultusministerin

Das Modellprojekt wurde von der Robert-Bosch-Stiftung, der TU Dresden und dem sächsischen Kultusministerium entwickelt. Dabei wird Lehrern die Teilnahme an einem dreijährigen Qualifizierungs- und Coachingprozess ermöglicht. In unterschiedlichen Workshops werden die Lehrkräfte über moderne Formen rechtsextremer Jugendkultur geschult. Sie erarbeiten gemeinsam individuelle Strategien für den Schulalltag, um gegen Themen wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus argumentieren zu können. Außerdem vernetzen sie sich mit weiteren Akteuren und Initiativen gegen Rechtsextremismus.

Derzeit wird das Projekt ausschließlich an Berufsschulen durchgeführt. Kultusministerin Kurth fasst zusammen, dass vor allem unter jungen Erwachsenen rechtsextremistische Tendezen eher zu Tage treten würden. Deswegen sehe man in Schulen mit älteren Schülern und Schülerinnen einen höheren Handlungsbedarf.

Derzeit nehmen insgesamt 25 Lehrkräfte an dem Projekt teil. Sie kommen aus Dresden, Leipzig und weiteren Städten in Sachsen.

Sollte das Projekt „Starke Lehrer – starke Schüler“ erfolgreich sein, könnte es auch in Zukunft an anderen Schulformen etabliert werden.

 

 

 

 

 

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Terry-Ann Branch
14.11.2015 - 10:17