Deutsch-Russisches Kooperationsprojekt

Mit Gips und Pinsel

In Reudnitz findet ab heute eine besondere Art des interkulturellen Austauschs statt: Für einen Monat restaurieren Studenten aus Moskau den Innenraum der Russischen Gedächtniskirche St. Alexij zur Russischen Ehre - gemeinsam mit Leipziger Studenten.
Die Gedächtniskirche "St. Alexij zur Russischen Ehre" in Reudnitz.
Die Gedächtniskirche "St. Alexij zur Russischen Ehre" in Reudnitz.

Stolz steht sie da, mit ihren prunkvollen Verzierungen, verschnörkelten Elementen und der goldenen Kuppel: Die Russische Gedächniskirche zu Leipzig. Doch das war nicht immer so. Denn die Kirche ist bereits über 100 Jahre alt – und hatte eine Sanierung schon seit vielen Jahren nötig.

Interkultureller Austausch und praktischer Unterricht

Nachdem im letzten Jahr das marode Dach aufwendig saniert wurde, ist jetzt der Innenraum der Kirche an der Reihe. Speziell zu diesem Zweck haben die Russisch-Orthodoxe-Gemeinde und der Verein „Kunstretter“ ein gutes Dutzend Studenten aus Moskau eingeladen – und zwar zum „Russisch-Deutschen Begegnungsprojekt“.

Studenten beraten sich über die Schritte der Restauration.
Die russischen Studenten und die deutschen Restauratoren beraten sich über die einzelnen Schritte.

Die russischen Studenten und die deutschen Restauratoren beraten sich über einzelne Schritte.

Gemeinsam mit Studenten und Restauratoren aus Leipzig sollen die russischen Kunststudenten dabei helfen, die historischen Ikonen der Kirche zu restaurieren. Das Projekt ist also eine Mischung aus interkulturellem Austausch und praktischem Unterricht. Dazu gehören Seminare zu Denkmalpflege, eine Exkursion nach Dresden – und natürlich auch die eigentliche Restauration der Ikonen in der Gedächniskirche. Die russischen Studenten sind froh, an dem Begegnungsprojekt teilnehmen zu können:

Ich finde es sehr interessant, an einem Projekt mitzuwirken, an dem zwei verschiedene Länder teilnehmen. Restaurierung hat in jedem Land verschiedene Nuancen.

Kunst-Studentin aus Moskau

Neben den Studenten aus Moskau nehmen auch Studenten der Leipziger Kunsthochschule teil. Darüber hinaus wirken deutsche Kuratoren wie etwa der Mitveranstalter des Projekts, Oliver Tietze, mit. Für ihn steht vor allem der Kontakt zwischen den Teilnehmern beider Länder im Vordergrund:

Die deutschen Restauratoren können ja im Prinzip selbst Holz restaurieren, Farben restaurieren, retuschieren. Aber Ikonen sind ein bisschen mehr als bemalte Holztafeln. Deshalb gefiel mir die Idee, dass russische Studenten gemeinsam mit deutschen Studenten und Restauratoren hier in Leipzig das Konzept erarbeiten – gemeinsam im Austausch.

Oliver Tietze, Mitveranstalter des Projekts

Baugerüst im Innenraum der russischen Kirche.
Die Baugerüste im Inneren der Kirche

Bis Ende Oktober sind die Studenten aus Moskau gemeinsam mit ihrem Dozenten und Restaurator Alexander Kozmin nun vor Ort. Der Abschluss des deutsch-russischen Begegnungsprojekts findet Anfang November in Moskau statt. Dann wird das Restaurationsprojekt auf der dortigen Denkmalmesse einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

 Die Einzelheiten hören Sie hier:

Magnus Raab über das deutsch-russische Begegnungsprojekt.
0410 Restaurierung Gedächtniskirche

 

 

Kommentieren

Lea Schröder
04.10.2017 - 20:09
  Kultur