Geriatriekonzept

Mit 66 Jahren fängt das Leben an...

Wenn alltägliche Dinge zur Herausforderung werden ist meist das Alter schuld. Um dem entgegen zu wirken gibt es seit zwei Jahren eine Leipziger Praxis, die sich auf Geriatrie spezialisiert und heute seine Tür öffnete, um ihre Arbeit zu demonstrieren.
Geriatrie Konzept
Praxismitarbeiterin Lysann Kasprick und Gesundheitsministerin Barbara Klepsch im Gespräch mit einer Patientin

Dass es schwierig sein könnte, eine Türklinke runterzudrücken, um in einen Raum zu kommen oder unter die Dusche zu gehen, können sich viele junge Menschen wahrscheinlich nicht vorstellen. Für viele ältere Menschen sind solch alltägliche Dinge jedoch ein Problem, um diesen dabei zu helfen den Alltag wieder besser zu meistern gibt es Altersheime und betreutes Wohnen. 2010 startete ein Konzept, um den Bedürfnissen einer wachsenden älteren Bevölkerung, die eben auch gesundheitliche Probleme hat, gerecht zu werden. Das Projekt startete zuerst in Sachsen, da Sachsens Bevölkerungsdurchschnitt am ältestens ist und im Vergleich zu anderen Bundesländern ein halbes Jahr Vorsprung hat. Das macht sich auch in der Nachfrage nach Altersfrage bemerkbar. 

Ein Praxisprojekt soll helfen

Seit zwei Jahren führt Katrin Zimmer eine Praxis, die sich auf Geriatrie spezialisiert hat. Geriatrie ist der Fachbegriff für Altersmedizin und ist eine medizinische Spezialdisziplin, die vor allem die gesundheitlichen, psychologischen, aber auch sozialen Probleme älterer Patienten berücksichtigt. Sechs Jahre nach dem Start des Geriatriekonzeptes und zwei Jahre nach der Praxiseröffnung habe sich viel getan in sachen Verbesserung der Alterspflege, so Gesundheitsministerin Babara Klepsch. Klepsch besuchte die Praxis von Katrin Zimmer, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie das Konzept umgesetzt wird.

Es werden verschiedene Therapieformen angeboten, zum Beispiel eine Sportgruppe, in der die Bewegung der Patienten gefördert wird. Gleichzeitig wirkt die Gruppe der Vereinsamung der älteren Menschen entgegen, das Gemeinschaft aufgebaut und gefördert wird. Außerdem gibt es Aufgaben, die die Motorik testen. Zum Beispiel mit dem sogenannten Geldzähltest, bei dem mit einer Brille, die das Sehen erschwert und großen Garten-Handschuhen versucht wird Münzen aus einem Geldbeutel zu holen. So können die älteren Menschen in der Gruppe durch Aktivität wieder lernen ihren Alltag zu meistern.

Redakteurin Constanze Kainz über ein Konzept, dass einer wachsenden älteren Bevölkerung gerecht werden soll:

mephisto 97.6 Moderator Magnus Folten im Gespräch mit Redakteurin Constanze Kainz
 
 

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Sophie Rauch
16.10.2016 - 10:05