Theaterrezension

"Meine Seele erhebt den Herrn."

Zwei Kontinente bereisen, ohne dafür Leipzig zu verlassen. Das klingt schwer machbar oder nach einem Film. Es ist allerdings ziemlich einfach. Das Stück "Magnficat" verbindet asiatische und europäische Musik und Kultur auf faszinierende Weise.
Das Eröffnungsbild. Das Leipziger Ballett erhebt sich zu den Worten "Magnificat anima mea Dominum"
Das Eröffnungsbild. Das Leipziger Ballett erhebt sich zu den Worten "Magnificat anima mea Dominum"

Neben Johann Sebastian Bachs "Magnificat" werden auch Giovanni Battista Pergolesis "Stabat Mater" und die klassische indische Musik, gespielt durch die Band "Indigo Masala", in den Tanz und das Gespielte mit aufgenommen. Das "Magnificat" ist der Jubelgesang an Gott von Jesus Mutter Maria. Das "Stabat Mater" hingegen ist Marias Klage um ihren gekreuzigten Sohn Jesus.

Die indische Band "Ingigo Masala" bringt die Klänge und Spiritualität des fernen Indiens in den Abend mit ein.

Gefühle und Tanz

Die durch die Musik ausgelösten Gefühlsregungen konnten aus dem Tanz absolut gut erkannt werden. Sowohl Schmerzen und Trauer der Maria als auch die Freude und die Fröhlichkeit der indischen Musik und des Magnificats.

Neben diesen verschiedenen Gefühlen soll durch diese verschiedenen, zusammengebrachten Stücke, besonders der Kreislauf des Lebens dargestellt werden. Schwangerschaft und Geburt werden verkörperter vom Magnificat, Leben, durch die indische Musik von "Indigo Masala" und das Sterben durch Pergolesis "Stabat Mater".

Das Rad des Lebens

Der Kreislauf und das Rad des Lebens zeigen sich auch im Bühnenbild. Denn in der hinteren Bühnenmitte steht ein Rad. Dieses dreht sich zeitweise und es wird auch immer wieder betanzt. Zusätzlich sind die Stücke ineinander verflochten. Trotzdem war es nicht schwer, die beiden europäischen Stücke auseinanderzuhalten. Nicht nur, dass die Texte zu verstehen und daher die Stücke unterscheidbar sind. Jedem Stück sind auch verschiedene Kostüme zugeordnet.

Fazit

Das Ballett "Magnificat" bietet einen sehr beeindruckenden Abend, musikalisch und tänzerisch. Und auch das Bühnenbild von Paul Zoller, besonders der Tanz darin und damit, ist beeindruckend. Die indische Musik lieferte einen neuen, kaum gekannten Aspekt. Sehr  faszinierend war sie auch im Zusammenspiel mit den anderen beiden Stücken.

Wie die Tänzerinnen und Tänzer miteinander getanzt haben, sich teilweise fallen gelassen haben oder geworfen wurden, waren starke Bilder.

Das Audio zum Nachhören:

Moderatorin Finný Anton im Gespräch mit Theater-Redakteurin Svenja Tschirner

Moderation: Finný Anton

Rezension zu "Magnificat" an der Oper Leipzig
 

Kommentieren

Magnificat

Premiere: 09. Februar 2019

Spielort: Oper Leipzig

Regie: Mario Schröder

Darstellende: Leipziger Ballett, Steffi Lehmann, Susanne Krumbiegel, Marie Henriette Reinhold, Martin Petzold, Dirk Schmidt, Indigo Masala

Aufführungstermine:

  • 16. Februar 2019
  • 22. Februar 2019
  • 08. März 2019
  • 29. März 2019
  • 31. März 2019
  • 14. Juni 2019
  • (alle Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn; ­