Energieversorgung in Sachsen

"Mehr Windräder, bitte!"

Mehr Windräder für Sachsen – das fordert jetzt die Grüne in Sachsen. 2017 seien nämlich nur 16 Windräder gebaut worden. Im Ländervergleich belegt Sachsen damit den drittletzten Platz. Die Grüne und der Landesverband Windenergie kritisieren das stark.
"Mittlerweile ist es fast zu spät" - Windenergie ist laut Gerd Lippolt (Die Grünen) unverzichtbar.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat Sachsen nur wenig Windräder. Im letzten Jahr wurden 16 Stück gebaut – in ganz Deutschland hingegen 1800. Hinzu kommt, dass nur in der Stadt Grimma zwei Räder tatsächlich neu gebaut wurden. Die restlichen 14 sind lediglich Ersatzräder für alte Energieanlagen.

2014 wurde vom Bund das Ziel ausgegeben, dass in Deutschland bis 2025 40% der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen soll. In Sachsen liegt der Wert allerdings nur bei 20%.

Den Beitrag zum Thema hören Sie hier:

Redakteurin Johanna Honsberg über die Debatte um Windkraftversorgung in Sachsen.
0604 Windräder

Laut Gerd Lippolt, Sprecher für Energie- und Klimapolitik der Grünen, hätte man vor allem im letzten Jahr reagieren müssen:

Das Ausbautempo hätte massiv erhöht werden müssen, um bis Mitte der 2020er Jahre diese 40% zu erreichen. Es ist beim Ziel geblieben und es gibt keine Maßnahmen zur Umsetzung

Gerd Lippolt, Sprecher für Energie- und Klimapolitik der Grünen

Windenergie sei laut Lippold unverzichtbar, um die Energieversorgung in der Zukunft zu sichern. Außerdem seien Windräder für eine Energieerzeugung besonders kostengünstig.

Auch der Landesverband Windenergie fordert mehr Windanlagen in Sachsen. Laut Martin Maslaton, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen im Bundesverband Windenergie, gehe es hierbei vor allem darum, dass die führenden Kräfte Windenergie kaum fördern.

Das zuständige Innenministerium wird von einer rechts-außen CDU in den Abteilungen beherrscht. Man hat einen Energieminister, der sich nun wirklich bemüht und einen Staatsminister, der sich auch redlich bemüht und man stellt ihnen einfach keine Flächen zur Verfügung.

Martin Maslaton, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen im Bundesverband Windenergie

Maslaton betont, dass die Richtlinien zwar im Koalitionsvertrag stehen, von der Landesregierung eigentlich aber nicht gewollt seien.

Für mehr Windräder spricht sich auch die Linke aus. Sachsen habe genug Fläche, um Windräder zu bauen und solle diese auch nutzen. Marco Böhme, stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion der Linken, sagt, dass dies vor allem an der Bevölkerung selbst liegt:

Das Problem ist: Es gibt sehr viele Widerstände gegen Windenergieanlagen. Gerade aus der Bevölkerung, die angetrieben wird von verschiedenen Lobbygruppen. Es wurde nicht gegengesteuert, also nichts positives aufgebaut für Windenergie.

Marco Böhme, stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion der Linken

Er wolle die Bürger besser am Bau der Windräder beteiligen. Außerdem fordert die Linke eine finanzielle Entschädigung für die Kommunen. Die Windradbetreiber sollen hierbei 10% der Kosten an die naheliegende Kommune zahlen.

Die AfD hingegen spricht sich gegen den Bau neuer Windräder aus. Laut Andre Barth, dem parlamentarischen Geschäftsführer der AfD im sächsischen Landtag, hat das mehrere Gründe:

Ein gutes Windrad ist nur das, was nicht gebaut wird – denn sie verschandeln unsere sächsische Natur, töten seltene Vögel und Fledermäuse und verursachen zudem gesundheitliche Schäden bei Anwohnern.

Andre Barth, dem parlamentarischen Geschäftsführer der AfD im sächsischen Landtag

Eine Alternative seien langfristige Energiespeicher. Die könne auch wenn kein Wind weht Energie in das Stromnetz einspeisen, so Barth.

Die Kritik der Grünen an zu wenig Windrädern findet nicht in allen Fraktionen Zuspruch. Die Regierungsparteien aus CDU und SPD standen für ein Gespräch heute leider nicht zur Verfügung.

 

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