Schule

Mehr Sitzenbleiber in Sachsen

Über 4.300 Mädchen und Jungen wurden im Schuljahr 2016/17 in Sachsen nicht versetzt. Das sind fast 640 Schüler mehr als im Jahr 2015. Auch in Leipzig steigen die Zahlen. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Sachsen ist zum elften Mal vorn bei der Frage nach dem besten Bildungssystem Deutschlands.
In Sachsens Schule unterrichten immer mehr Quereinsteiger.

Nur die absoluten Zahlen steigen

Der Anstieg der Sitzenbleiber lässt sich auf die steigenden Schülerzahlen zurückführen. Denn in diesem Schuljahr sind es 9.000 Schüler mehr als in den Jahren 2015/16. Vergleicht man die prozentualen Zahlen, gibt es somit nur geringe Schwankungen. In den Grundschulen schwankt die Zahl der Sitzenbleiber im Zeitraum 2011 bis 2016 zwischen 0,3 und 0,4 Prozent. Bei den Oberschulen sind es 2,2 bis 2,5 Prozent. Die Zahlen bleiben also relativ stabil. 

Flüchtlingskinder bleiben häufiger sitzen

Sieht man sich die Zahlen der sitzen gebliebenen Schüler von 2015 zu 2016 an, lässt sich dort aber ein Anstieg feststellen. Laut Dirk Reelfs, Sprecher des Kultusministeriums Sachsen, liegt das vor allem an den steigenden Flüchtlingszahlen. Kinder mit Migrationshintergrund haben dabei oft Probleme mit der neuen Sprache. Schaffen sie ihren Deutschkurs nicht, gelten sie automatisch als sitzen geblieben. Dadurch lassen sich auch die steigenden Zahlen erklären.

Wir müssen das Augenmerk auf den Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache legen.

Dirk Reelfs

Maßnahmen gegen das Sitzenbleiben

Schülern ohne Migrationshintergrund können meist durch verschiedene Projekte geholfen werden. An vielen Schulen gibt es dafür Praxisberater, die den Kindern helfen können. Zudem können versetzungsgefährdete Schüler in ihren Ferien an Lerncamps teilnehmen und so ihre Noten verbessern. Flüchtlingskinder müssen dagegen zunächst die für sie neue Sprache lernen. Dafür muss vor allem an der Unterrichtsstruktur gearbeitet werden. 

Den kompletten Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Jessica Reuß zum Nachhören finden Sie hier:

mephisto 97.6 Redakteurin Jessica Reusch im Gespräch mit Moderatorin Isi Woop
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