Kita-Umfrage Sachsen

Mehr Personal gewünscht

Die Ergebnisse der Kita-Umfrage des sächsischen Kultusministeriums sind eindeutig. Eltern wie Fachkräfte in den Betreuungseinrichtungen wünschen sich eine bessere Betreuung.
Kinderhände
Weniger Kinder pro Erzieher*in – das wünschen sich Eltern wie Fachkräfte.

Bei der Befragung sollten Eltern, Kita-Leitung und pädagogische Fachkräfte vier Vorschläge gewichten. Die große Mehrheit wünscht sich am meisten einen besseren Betreuungsschlüssel, also weniger Kinder pro Erzieher*in. Weiterhin sprachen sich vor allem Leitung und Fachkräfte für mehr Vor- und Nachbereitungszeit aus. Für beide Punkte wäre mehr Personal in Kitas, Krippen und Horten notwendig. Allein für die Vor- und Nachbereitung sollen 1.350 Stellen geschaffen werden. Im nächsten Doppelhaushalt sind dafür 75 Millionen Euro mehr vorgesehen. Das Votum soll außerdem Eingang ins sächsische Kita-Gesetz finden.

Die anderen beiden Vorschläge „mehr Geld für Zusatzangebote“ und „Hilfe für Kitas mit besonderem Bedarf“ bekamen weniger Zustimmung. Außerdem wurden die rund 36.500 Befragten vor die Wahl gestellt: mehr Qualität in der Betreuung oder ein niedrigerer Elternbeitrag. Auch hier entschied sich die Mehrheit für die Qualität. Die Eltern wurden außerdem gefragt, ob sie mehr für die Kita zahlen würden. Etwas mehr als die Hälfte erklärte sich bereit dazu.

Positive Reaktionen im Landtag

Laut Juliane Pfeil-Zabel, Sprecherin der SPD-Fraktion im sächsischen Landtag, ist die Umfrage schon lange überfällig gewesen, denn eine Verbesserung der Kitas sei dringend notwendig. Die Maßnahmen seien hierbei der erste Schritt in die richtige Richtung, doch dürfte das nicht das Ende sein.

Wenn wir realistisch sind und anschauen, dass wir in unserem sächsischen Bildungsplan auch pädagogischer Arbeit fördern, dann sollten die Erzieherinnen und Erzieher auch noch mehr Zeit bekommen.

Juliane Pfeil-Zabel, SPD-Fraktionssprecherin im sächsischen Landtag

Auch Zabel bevorzugt eine zusätzliche Vor- und Nachbereitungszeit. Wichtig ist ihr vor allem, dass dadurch die Arbeit der Erzieher stärker wertgeschätzt wird. Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen in Sachsen unterstützt das Ergebnis der Kita-Umfrage ebenfalls. Allerdings müssten laut der Sprecherin Petra Zais alle Vorschläge umgesetzt werden. Nur so könne es zu einer Verbesserung in den Kitas kommen. Sie kritisiert außerdem, dass Sachsen eine langfristige Strategie fehle, in der Ziele und Finanzierungsumfang festgelegt sind.

Wir erwarten, dass die Staatsregierung eine Art Masterplan vorlegt, wo sie sagt: es ist wichtig für uns.

Petra Zais, Grüne-Fraktionssprecherin im sächsischen Landtag

Kritik von links

Die Fraktion Die Linke übt an der Umfrage deutlich Kritik. Für Marion Junge, Fraktionssprecherin im sächsischen Landtag, ist das Ergebnis wenig überraschend. Außerdem werde immer noch zu wenig Unterstützung gezeigt.

Sollte sich Ministerpräsident oder Kultusminister bei diesem Thema irgendwann mal wieder volksnah inszenieren wollen, lade ich beide ein, mich der Einfachheit halber auf einer meiner regelmäßigen Kita-Touren zu begleiten.

Marion Junge, Linke-Fraktionssprecherin im sächsischen Landtag

Einzige Bedingung: Es müsste deutlich mehr als ein Euro pro betreutem Kind und Betreuungstag in die Verbesserung der frühkindlichen Bildung investiert werden, so Junge zu ihrem Vorschlag.

Die AfD- und die CDU-Fraktion standen für ein Interview leider nicht zur Verfügung.

Alle Informationen zum Nachhören finden Sie hier:

Der Bericht von Johanna Honsberg über die Kita-Umfrage
2305 Mitschnitt BmE Kita-Umfrage
 

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Isabell Bergner
23.05.2018 - 18:46

Die Ergebnisse der Kita-Umfrage im Einzelnen können sie hier einsehen.