Stadtentwicklung

Mehr Lebensraum für Bücher

In der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig wird es langsam eng. Wie in jeder anderen Bibliothek, stapeln sich nämlich auch dort die Bücher. Das Problem ist nur, jedes Jahr kommen Tausende neue Bücher hinzu.
Deutsche Nationalbibliothek
Leipzig ist einer von zwei Standorten der deutschen Nationalbibliothek, der andere befindet sich in Frankfurt am Main

Die Nationalbibliothek sammelt seit über 100 Jahren alles, was in Deutschland gedruckt und veröffentlicht wird.

Eine kleine Bestandsaufnahme

In der deutschen Nationalbibliothek befinden sich keinesfalls nur Bücher. Sie beherbergt auch eine umfassende Ansammlung an Zeitschriften, E-Books, CDs oder auch Schallplatten, welche ständig gesammelt werden. Aktuell befinden sich über 17 Millionen Medien in der Bibliothek und werden dort eingelagert.

In den letzten hundert Jahren ist das Inventar der Bibliothek enorm angestiegen. In der Bibliothek befinden sich über 200 Kilometer Regal. Eine weitere Nationalbibliothek befindet sich in Frankfurt am Main. Der Leipziger Zweig ist jedoch breiter aufgestellt und sammelt umfassender. Denn in Leipzig kommen noch Bücher hinzu, die sich inhaltlich mit Deutschland beschäftigen, aber aus dem Ausland stammen – beispielsweise japanische Reiseführer.

Notwendigkeit der Archivierung

Bibliotheksdirektor Michael Fernau stellt sich nicht die Frage ob die Lagerung der Werke notwendig sei, denn er sieht die deutsche Nationalbibliothek nicht als herkömmliche Bibliothek an. So handle es sich für ihn nicht um eine Bibliothek, in welcher die Bücher regelmäßig gelesen und geliehen werden. Für ihn ist die Nationalbibliothek vielmehr eine Einrichtung, die sich um das kulturelle Erbe kümmert und es aufbewahrt.

Platzmangel

Für die gesamten Bücher wird es momentan jedoch zu eng. Jedes Jahr gibt es über 300.000 Neuzugänge in die Bibliothek. Damit diese eingelagert werden können, werden im Schnitt vier Kilometer Regal benötigt. Bis etwa 2024 könnten die Neuzugänge noch eingelagert werden, dann würden aber die aktuell verfügbaren Flächen ausgehen.

Der letzte Anbau

Erst im Jahr 2011 bekam die Bibliothek ihren letzten Anbau. Als dieser geplant wurde, ging es jedoch um das Geld. Die Bibliothek hatte damals noch eine Haushaltssperre. Deshalb wurde nur gebaut, was wirklich benötigt wurde. Deshalb wurde der Erweiterungsbau nur für 20 Jahre konzeptioniert. So wurde damals geplant, den Medienmarkt zu beobachten, um zu erkennen ob die Archivflächen wirklich notwendig seien.

Überaschenderweise haben sich der Buch- bzw. der Medienmarkt gar nicht mal so dramatisch verändert, weshalb jetzt schon der neue Bau geplant werden muss. Dabei will die Nationalbibliothek dann aber auch wieder Kapazitäten für die nächsten 30 Jahre schaffen.

 

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