GameCheck: "Hellblade"

Mehr als ein Trip durch die Hölle

"Hellblade: Senua’s Sacrifice" ist ein gewagtes Spiel. Nicht nur weil der als 'AAA-Indie-Spiel‘ bezeichnete Titel vom Entwickler Ninja Theory von nur 20 Entwicklern geschaffen wurde; er behandelt auch das Thema Psychose - und macht diese erlebbar.
hellblade
Senua muss durch die Hölle, um ihren Geliebten zu finden

Die keltische Kriegerin Senua begibt sich in die Unterwelt, um ihren toten Geliebten Dillion zurückzuholen. Eine einsame Heldenreise – zugleich aber auch nicht. Denn Senua, und somit auch der Spieler, wird von Stimmen in ihrem Kopf begleitet. Diese sind großartig vertont – es lohnt sich absolut, mit Kopfhörern zu spielen.

Die härtesten Kämpfe werden im Geiste bestritten.

Senua leidet unter Psychose. Sie nimmt die Welt anders wahr, wird von visuellen und auditiven Halluzinationen geplagt. Das ist nicht etwa ein Gimmick, um die Protagonistin interessanter zu machen. Tatsächlich baut das ganze Gameplay von Hellbade darauf auf, ihre Welt für den Spieler erfahrbar zu machen.

Das Gameplay ist Teil der Welt

Das Gameplay ist dabei simpel und solide. Man läuft durch die düstere Unterwelt, lauscht den Stimmen in Senuas Kopf, löst visuelle Puzzles, um durch die Hölle zu gelangen und bekämpft monströs menschenartige Gegner - indem man pariert, zuschlägt und mithilfe von Senuas Fokus auch mal kurzfristig die Zeit verlangsamt. Hier und da gibt es kleinere Bugs, die mal zu etwas unglücklichen Toden führen. Auf ein Tutorial oder HUD verzichtet das Spiel dabei vollkommen. Stattdessen lässt es den Spieler selbst herausfinden, wie die Welt funktioniert. Zumindest die Tastenbelegung lässt sich aber im Menü einsehen.

Die Stimmen in Senuas Kopf erinnern einen immer wieder daran, dass nicht alles ist, wie es scheint. Als Spieler sieht man die Welt durch Senuas Augen und so hinterfragt man oft, ob das was man gerade sieht, real ist.

Hellblade
Senua muss ihre Dämonen bekämpfen

Hellblade verbindet das wunderbar mit seinen Rätseln. Verschlossene Türen sind mit Symbolen bemalt, von denen Senua Abbilder in der Umgebung finden muss; scheinbare Sackgassen werden zu Durchgängen, wenn man sie durch bestimmte Torbögen betrachtet. Die Mechanik dahinter ist leicht zu verstehen. Sie sorgt aber auch dafür, dass Senuas Wahrnehmung der Schlüssel zur Lösung ist und zwingt den Spieler praktisch, ihre Realität zu akzeptieren.

Ein Kampf, der sich lohnt

Hellblade gibt sich nicht damit zufrieden, Senuas Geisteszustand als Wahnsinn abzutun und sie komische Stimmen hören zu lassen. Es verpackt ihre Welt in einer emotionalen Reise und bindet sie gekonnt in die Spielwelt ein. Der Horror im Spiel dient nicht dazu, den Spieler zu erschrecken – er greift viel tiefer. Denn dieser Horror ist Teil von Senuas Realität. Ihre Finsternis ist ihr eigener größter Feind. Außerdem lässt Hellblade den Spieler nicht bei Senuas Kampf zugucken. Es lässt ihn selbst kämpfen.

Die komplette Rezension gibt es hier noch mal zum Nachhören:
Rezension zu "Hellblade: Senua's Sacrifice"
Rezension Hellblade

 

Kommentieren

Eleen Reinke
26.09.2017 - 12:24
  Games

"Hellblade: Senua's Sacrifice" gibt es für 29,99€ für den PC und die Playstation 4.