Leipziger Städtepartnerschaften

Mehr Äthiopien in Leipzig

"Eine neue Blume für Leipzig" so beschreibt die Stadt Leipzig ihre Partnerschaft mit Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien. Diese Blume ist in den letzten Jahren weiter gewachsen, wodurch nun auch die äthiopische Küche nach Leipzig gefunden hat.
Die Besitzerin und ihre Tochter vom Addis Café
Etagegne Assefa und ihre Tochter, Ye-Absira Misikire im Addis Café

Leipzig und Addis Abeba verbindet mehr, als viele zunächst annehmen würden. In den Achtzigern studierten etwa 4000 Äthiopier in der DDR und umgekehrt arbeiteten Leipziger „Experten“ in Addis Abeba. Generell gibt es eine große äthiopische Gemeinschaft in Leipzig. Diese spielte auch in die Gründung des Vereins „Städtepartnerschaft Leipzig-Addis Abeba“ 2002 hinein. Zwei Jahr später entstand dann sogar eine offizielle Partnerschaft zwischen den beiden Städten. Neben Addis Abeba pflegt Leipzig noch zu 13 weiteren Städten Beziehungen.

Nun gibt es auch noch ein äthiopisches Restaurant, das Addis Café, in der Stadt. Auf der Speiskarte stehen kulinarische Spezialitäten aus Äthiopien. Der Laden lädt mit seinen netten Gastgebern zum Verweilen ein. Etagegne Assefa, genannt Tsige, ist Herrin über die Küche und neben Gerd Birkenmeier auch Besitzerin von dem Restaurant.

Assefa und Birkenmeier sind beide auch in der Vereinsarbeit aktiv. Sie ist Beisitzerin des Vereins, er Vorsitzender. Das Ziel des Vereins ist es, die Beziehungen zwischen beiden Städten zu stärken. Er organisiert Bürgerreisen, Schulpartnerschaften oder kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen. Auch das äthiopische Neujahrsfest hat der Verein dieses Jahr gefeiert. Seit letztem Jahr gibt es einen Partnerverein in Addis Abeba, dem bei seinem Aufbau geholfen wird. Doch Birkenmeier, und damit der Verein, hat sich noch andere Ziele gesteckt:

Wir wollen nicht nur diese Vereinsarbeit dafür nutzen ab und zu dahin zu fahren und Leute einzuladen, sondern es muss unter dem Strich auch etwas rauskommen. Wir müssen dort vor Ort die Wirtschaft, das kleine Handwerk, die Betriebe, die Personen, das Engagement der Personen stärken.

Gerd Birkenmeier

Die Stadt arbeitet mit dem Leipziger Verein eng zusammen. Andernfalls könnten einige Projekte auch gar nicht umgesetzt werden. Generell war die Arbeit des Vereins ein Grund für die Entstehung der Partnerschaft, da diese mittlerweile nur zustande kommen, wenn es schon vorher Verbindungen zwischen Leipzig und der anderen Stadt gab.

Eine Blindenkarte für Addis Abeba

Katja Roloff ist eine der Ansprechpartnerinnen für die Städtepartnerschaften von Leipzig. Sie schildert, dass unter anderem zur Versöhnung zwischen einzelnen Ländern beigetragen werden soll. Die Partner würden nach gemeinsamen Lösungen für Probleme suchen und man wolle das globale Verständnis stärken. Das wohl größte Projekt von Stadt und Verein ist das sogenannte NAKOPA Projekt. In dessen Rahmen entstand eine Blindenkarte für die etwa eine Million blinden Äthiopier, damit diese sich besser in Addis Abeba zurechtfinden können. Daran wirkte auch die Leipziger Blindenbibliothek mit.

Roloff erzählt zwar, dass die Städtepartnerschaft lebendiger denn je sei, doch ihrer Arbeit und der des Vereins werden dennoch Steine gelegt. Im Rahmen des NAKOPA-Projektes wurden Gäste aus Äthiopien eingeladen, doch die zwei blinden Äthiopier haben kein Visum bekommen. Das ist nur das eindrücklichste Beispiel, wie sich die deutsche Visa-Politik direkt auf die Partnerschaft auswirkt. Aufgrund dessen, reisen auch sonst mehr Leipziger nach Addis Abeba, als das umgekehrt geschehen kann. Dennoch sind viele verschiedene Projekte in Planung, die sich vor allem mit dem Thema Stadtentwicklung beschäftigen.

Ein Beitrag zu den Beziehungen zwischen Addis Abeba und Leipzig von Sophia Kratz:

Ein Beitrag von Redakteurin Sophia Kratz
2811 Adis Abeba Leipzig
 

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