Kirchentag

Manchesters Schatten über Leipzig

Paris, Nizza, Berlin und Manchester. Der Anschlag auf ein Konzert in der englischen Großstadt schürt auch hierzulande die Angst vor einem Selbstmordanschlag. Für die anstehenden Großveranstaltungen fühlen sich die Sicherheitskräfte aber gewappnet.
Leipzigs Polizei fühlt sich gut vorbereitet

Mindestens 22 Menschen forderte der Anschlag in England, über 50 weitere wurden verletzt. Ziel des Anschlags war ein Konzert in der Manchester Arena, einer bis zu 21.000 Besucher fassenden Konzerthalle. Der sogenannte "Islamische Staat" hat sich zwischenzeitlich zu dem Anschlag bekannt. Großveranstaltungen dieser Art sind in der letzten Zeit immer wieder Ziel von Anschlägen geworden. In Leipzig finden in den nächsten Wochen mehrere große Veranstaltungen statt.

Leipzig fühlt sich vorbereitet

Durch die Fußballspiele von RB Leipzig und zahlreiche Konzerte, sind Großveranstaltungen in Leipzig keine Seltenheit und die passenden Sicherheitskonzepte auch erprobt. Allerdings wird es in den nächsten Tagen ungewöhnlich eng in der Stadt. Neben Konzerten und Kongressen wird auch noch der „Kirchentag auf dem Weg“ in Leipzig stattfinden. Allein bei dieser Veranstaltung werden ca. 35.000 Besucher erwartet. Veranstaltungen dieser Größe können immer wieder das Ziel von Terroristen werden. Deshalb bereitet sich die Polizei auch auf eine mögliche Gefahrenlage vor:

Die Polizeidirektion hat entsprechend der Gefahrenlage Kräfte angefordert und zur Verfügung gestellt bekommen und wir sehen uns gut gerüstet, die kommenden Tage zu bewältigen.

Andreas Loepki, Polizei Leipzig

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Auch wenn die Polizei sich selbst gut vorbereitet sieht, um die Veranstaltung abzusichern, haben die Veranstalter des Kirchentags mit den Behörden ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das umfangreicher ist als in den Vorjahren:

Das hat aber auch mit verschiedenen Ursachen zu tun. Das fängt zum Beispiel schon damit an mit der Loveparade in Duisburg. Dadurch ist das Besucherlenkungskonzept viel detaillierter geworden.

Stephan von Kolson, Kirchentag auf dem Weg

Aber nicht nur die Bewegung großer Menschenmassen stellt eine mögliche Gefahr dar. Auch die gestiegene terroristische Bedrohung werde nun zum Anlass genommen, die geplanten Sicherheitsmaßnahmen auszuweiten. Nach dem Anschlag in Manchester wurde kritisiert, dass am Zugang zur Konzerthalle kaum Kontrollen durchgeführt wurden. Darauf werde man nun auch in Leipzig reagieren:

Deswegen wird es zum ersten Mal jetzt beim Kirchentag in Berlin, Wittenberg aber auch hier in Leipzig und den anderen Kirchentagen auf dem Weg Taschenkontrollen geben.

Stephan von Kolson

Betonsperren für Augustusplatz

Um Vorfälle wie in Nizza und Berlin zu verhindern, als Terroristen mit Lkws in Menschenmengen fuhren, setzen die Veranstalter am Augustusplatz auf Betonblöcke. Mit diesen Barrikaden wurde bereits letztes Jahr der Weihnachtsmarkt abgesichert. Auch, wenn die Betonsperren keinen vollständigen Schutz vor Anschläge bieten, setzt die Polizei auf deren Einsatz:

Sicherlich ist, wenn ein 30-Tonner kommt, eine Betonsperre an Punkt und Stelle komplett aufzuhalten, aber der wird so beschädigt, dass er seinen Weg nicht komplett über den gesamten Markt fortsetzen kann. Es geht eben auch um Gefahrenminimierung.

Andreas Loepki

Weitere Informationen können Sie im Studiogespräch von mephisto 97.6 Redakteur Marvin Kalies hören:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Marvin Kalies.
2305 SG Sicherheit Kirchentag
 

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Thomas Tasler
23.05.2017 - 21:00