M19 mit Alexander Nitzberg

Man muss Sprache Gewalt antun

Alexander Nitzberg wurde einmal als "der streitlustigste Übersetzer" aus dem Russischen bezeichnet. An Harmonie ist ihm nicht gelegen. Schwungvoll will er mit seinen Werken sein, widerborstig, gerne auch unangenehm. Alles nur nicht "einfühlsam".
Super
Der Schriftsteller und Übersetzer Alexander Nitzberg mit Moderator Moritz Fehrle

Geboren wurde Alexander Nitzberg 1969 in Moskau, dem damaligen Zentrum der sozialistischen Welt. 1980 entschloss sich die Familie jedoch, das Land zu verlassen und Nitzberg kam mit seiner Mutter nach Deutschland. Mit zwölf Jahren kam er auf die Idee, jetzt eine Oper schreiben zu müssen und bekam daraufhin eine intensive musikalische Ausbildung. Auch wenn es nie zu einer tatsächlichen Oper kam, bezeichnet er insbesondere den Kompositionsunterricht als prägend für sein literarisches Schaffen.

Ich hab vor einiger Zeit noch darüber nachgedacht und das alles noch mal so Revue passieren lassen und hab mir gesagt, dass diese Kompositionsausbildung für meine literarische Tätigkeit möglicherweise das Wichtigste überhaupt war.

Alexander Nitzberg, Übersetzer und Schrifsteller

Literarisch hat er die beiden Bereiche Musik und Literatur unter anderem in seinem Gedichtband "Farbenklavier" verbunden, in dem er sich mit dem russischen Komponisten Alexander Skrjabin beschäftigt. Neben seinen eigenen Werken ist er seit Jahren einer der produktivsten Übersetzer für den russischsprachigen Raum. Dabei wagt er sich insbesondere an Neuübersetzungen der alten Klassiker und gab so unter anderem Michail Bulgakow, Fjodor Dostojewski oder Anna Achmatowa einen neuen Anstrich. Übersetzen ist für ihn dabei ganz und gar kein ehrfurchtsvolles Herantasten an die Intentionen des Autors. In Nitzbergs Augen bedeutet ein Werk zu übersetzen immer auch einen "Kampf, der da mit der Sprache stattfindet".

Das gesamte Interview gibt es hier nachzuhören:

Moritz Fehrle im Gespräch mit dem Schriftsteller und Übersetzer Alexander Nitzberg

 

Das lange Interview mit Alexander Nitzberg
 

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Moritz Fehrle
26.11.2018 - 15:40
  Kultur