Schauspiel Leipzig

Lübbes erfolgreichste Spielzeit

Wieder präsentiert das Schauspiel Leipzig ein Erfolgsergebnis: Mehr Zuschauer, höhere Auslastung. Die Spielzeit 2015/16 ist die erfolgreichste unter der Intendanz von Enrico Lübbe. Nach dem Willen der Stadt soll er bis 2023 Intendant bleiben.
Schauspielhaus
Der große Saal im Schauspielhaus.

5.000 Zuschauer mehr konnte das Schauspiel Leipzig am Donnerstag auf der Pressekonferenz verkünden: 70.000 Zuschauer hatte die laufende Spielzeit bereits von September bis April – der beste Wert seit Enrico Lübbe 2013 die Intendanz des Theaters übernommen hat. Die Auslastung stieg auf 75 Prozent.

Junges Publikum

Besonders zufrieden zeigte sich der Intendant vom ersten Ergebnis einer Besucherbefragung: Das Durchschnittsalter des Schauspielhaus-Publikums lag demnach bei 38,5 Jahren. "Was mich gefreut hat: unser Zuschauer ist jünger als ich selbst, das hätte ich nicht gedacht", so Lübbe. "Das ist für eine Kultureinrichtung sehr, sehr jung."

Im Gespräch mit Julien Reimer sprach Lübbe über das Leipziger Publikum, das neue Spielzeitmotto und überraschende Überschneidungen von Politik und Theater:

Intendant Enrico Lübbe im Gespräch mit Julien Reimer
Intendant Enrico Lübbe im Gespräch mit Julien Reimer

Die nächste Spielzeit steht unter dem Motto "Woher Wohin". Zuerst fragt das Schauspiel mit zwei Romanen nach der ostdeutschen Identität: Im September kommen "89/90" nach Peter Richter (Regie: Claudia Bauer) und "Kruso" nach Lutz Seiler auf die Bühne. "Ist der Osten anders?" ist zudem ein Gesprächsabend im Oktober überschrieben, an dem der Soziologe Heinz Bude und Gregor Gysi teilnehmen.

Enrico Lübbe inszeniert in der Saison 2016/17 Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" und – wie bereits 2015 mit "Die Schutzflehenden / Die Schutzbefohlenen" – einen antik-modernen Doppelabend: "Die Maßnahme / Die Perser" nach Bertolt Brecht und Aischylos.

"Diskothek" bleibt bis 2017 unter dem Dach

Während der kommenden Spielzeit wird das Schauspielhaus umgebaut, um in den Räumen der der ehemaligen Diskothek "Schauhaus" eine Spielstätte für zeitgenössische Stücke einzurichten. Da diese erst 2017 eröffnet wird, wird der ehemalige Probenraum unter dem Dach, wo seit 2013 unter dem Namen "Diskothek" vor allem Uraufführungen gezeigt werden, auch in der nächsten Saison genutzt. Dort werden 2016/17 drei Premieren von Till Müller-Klug, Laura Naumann und Katja Brunner, sowie eine Studioinszenierung mit Schauspielstudenten der Hochschule für Musik und Theater gezeigt.

Residenz mit neuem Leiter

Die Spielstätte "Residenz" auf dem Spinnereigelände bekommt ab Herbst einen neuen künstlerischen Leiter: Thomas Frank leitete von 2007 bis 2015 das Theaterhaus brut in Wien; nun kehrt er nach Leipzig zurück, wo er in den 90er Jahren studiert hatte. In der Residenz werden in der nächsten Spielzeit Performances von den Gruppen Interrobang, Kate McIntosh, Notfoundyet, Christoph Winkler, Subbotnik und ein Projekt des Regisseurs Philipp Preuss erarbeitet. Gob Squad, die bereits 2014 in der Residenz zu Gast waren, zeigen im Januar "War and Peace" nach Tolstois "Krieg und Frieden" auf der großen Bühne.

Julien Reimer zieht im Gespräch mit Moderatorin Paula Drope Bilanz der aktuellen Spielzeit und blickt voraus auf die kommende
Julien Reimer zieht im Gespräch mit Moderatorin Paula Drope Bilanz der aktuellen Spielzeit und blickt voraus auf die kommende
Pressekonferenz
Verwaltungsdirektor Daniel Herrmann, Intendant Enrico Lübbe und Chefdramaturg Torsten Buß bei der Pressekonferenz im Schauspiel

Wie die Stadtverwaltung am Freitag in einer Pressemitteilung mitteilte, soll Enrico Lübbes Vertrag bis 2023 verlängert werden. Noch am Donnerstag hatte sich Lübbe darüber ausgeschwiegen, ob er eine Verlängerung anstrebt. Sein aktueller Fünfjahresvertrag läuft noch bis 2018. Ob er auch darüber hinaus Intendant des Schauspiel Leipzig bleibt, wird der Stadtrat voraussichtlich im Juni entscheiden.

 

Kommentieren