Leipziger Stadtratswahl

Lösungen für den Verkehr gefordert

In Hinblick auf die Stadtratswahl im Mai wird im Leipziger Zentrum besonders über den Verkehr diskutiert. Gerade im Waldstraßenviertel und der Jahnallee fordern die Anwohnerinnen und Anwohner eine Veränderung.
Dichter Verkehr auf der Jahnallee

Im Leipziger Zentrum ist für viele besonders ein Aspekt für die diesjährige Stadtratswahl von Bedeutung: Der Verkehr. Bei einem Spaziergang durch das Waldstraßenviertel fallen die eng beieinanderstehenden Autos am Straßenrand auf. Es ist keine einzige Parklücke ist zu sehen.

Ich würde mal sagen nach 3 wird´s kompliziert und ab um 5 ist alles zu.

Eine Anwohnerin über die schwierige Lage

Parkplatzmangel im Waldstraßenviertel

Aktuell werden weitere Wohnungen und Ladenflächen gebaut, die dafür sorgen sollen, dass das Waldstraßenviertel attraktiv bleibt. Doch aus Sicht der Anwohnerinnen und Anwohner achtet die Stadt dabei nicht genug darauf, ausreichend Parkplätze zu schaffen. Zudem nutzen durch die Nähe zur Innenstadt auch Personen von außerhalb die aktuell noch kostenfreien Stellplätze. Um Probleme wie diese zu besprechen hat der Bürgerverein Waldstraßenviertel e.V. eine Arbeitsgruppe zum Thema Verkehr gegründet. Einen ersten Erfolg konnten sie schon verzeichnen: Laut Vereinsvorstand Jörg Wildermuth will die Stadt im kommenden Sommer Parkscheinautomaten aufstellen. Die maximale Parkdauer solle zwei Stunden betragen. Die Einheimischen hingegen können dann sogenannte Bewohnerparkkarten kaufen. Der Bürgerverein gibt sich optimistisch, dass die Parkautomaten für mehr Platz für die Anwohnerinnen und Anwohner sorgen.

Auch der Leipziger Umweltbund Ökolöwe befürwortet den Lösungsansatz. Er betont allerdings die Notwendigkeit, eine Verschiebung der Fremdparkenden im Waldstraßenviertel auf einen anderen Bereich zu vermeiden. Ein umfangreiches Parkraumkonzept für den gesamten Innenstadtring sei dringend erforderlich.

Radweg und Tempolimit für die Jahnallee gefordert

Im Zusammenhang mit den benötigten Stellplätzen diskutiert der Bürgerverein des Waldstraßenviertels aktuell auch über Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung. Vereinsvorstand Jörg Wildermuth sieht in einer Neugestaltung der Jahnallee die Chance, das Viertel schöner und vor allem sicherer zu gestalten.

Dass man da mit viel Kreativität diese Straße attraktiver gestalten kann, das glaube ich schon.

Vereinsvorstand Jörg Wildermuth über die Jahnallee

Das hohe Verkehrsaufkommen stelle nicht nur eine Herausforderung für das Waldstraßenviertel dar. Die angrenzende Jahnallee sei besonders für Fahrradfahrende sogar gefährlich. Denn auf der engen, viel befahrenen Straße gibt es keinen gekennzeichneten Radweg. Straßenbahn, Autos und Fahrräder teilen sich einen engen Straßenabschnitt, auf dem zusätzlich noch Autos auf dem Seitenstreifen parken. Doch nicht nur der nicht vorhandene Fahrradweg stellt ein Problem dar, auch die Luftverschmutzung ist ein dringliches Problem auf der Jahnallee. Tino Supplies vom Ökolöwe Umweltbund Leipzig erklärt, die Stickoxidwerte würden dort deutlich überschritten. Daher hätte sich der Umweltbund für die Einführung von Tempo 30 eingesetzt, um den Lärm zu minimieren und die Luft zu verbessern.

Lösungen noch ausstehend

Doch bisher ist weder diesbezüglich noch bezüglich des Themas Verkehrssicherheit etwas passiert, um die Lage auf der Jahnallee zu verbessern. Eigentlich hatte sich die Stadt Leipzig bereits im September infolge einer Online-Petition für einen gesicherten Fahrradweg auf der Jahnallee ausgesprochen. Verschiedene Möglichkeiten der sicheren Weggestaltung sollten bis Mitte 2019 getestet werden. Tino Supplies vom Umweltbund betont, dass ein sicherer Radweg auch dazu führen könne, öfter das Auto stehen zu lassen. Auch dies könne für eine geringere Schadstoffbelastung in der Innenstadt sorgen.

Wie genau die Situation in der Jahnallee verbessert werden soll, wird im Stadtrat noch diskutiert. Die Einführung einer Tempo 30 Zone ab Frühjahr ist allerdings wahrscheinlich.

In der Jahnallee und dem Waldstraßenviertel ist eine Verbesserung der Lage besonders drängend. Wie sich die Stadtratswahl darauf auswirken wird und was in den nächsten Monaten beschlossen wird, bleibt abzuwarten. Insgesamt geht es aber darum, ein zukunftsorientiertes Konzept zu entwerfen. Dieses muss sowohl eine weiter steigende Einwohnerzahl als auch Umweltschutz berücksichtigen. Der Verkehr wird also nach wie vor ein wichtiges Thema besonders im Leipziger Zentrum bleiben.

Den Beitrag zum Nachhören findet ihr hier:

Ein Beitrag von Carolin Büttner und Tobias Wagner
2202 Caro Beitrag Verkehr

 

 

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Carolin Büscher, Tobias Wagner
22.02.2019 - 16:19