Bundestagswahl

Linke-Kandidatin Franziska Riekewald

mephisto 97.6 stellt die Leipziger Direktkandidaten für die Bundestagswahl vor. Diesmal: Franziska Riekewald. Sie kandidiert für Die Linke im Wahlbezirk Leipzig-Nord. Wir haben mit ihr gesprochen.
Franziska Riekewald (Die Linke) tritt im Wahlkreis I Leipzig an.

Franziska Riekewald nutzt die Treppen auf dem Weg ins Studio, um schnell noch zu telefonieren: Wahlkampf bedeutet auch, ständig und überall Absprachen zu treffen. Selbst, wenn das ihr erster Bundestagswahlkampf ist. Dennoch begleitet Politik sie schon lange. Bereits mit elf Jahren ging sie, von ihrer Mutter angeregt, auf Parteiveranstaltungen und mit 16 entschied sie sich auch wirklich politisch aktiv zu sein. Im Alter von 20 Jahren trat Riekewald der Linken bei. Vorher machte sie in Halle ihren Realschulabschluss und anschließend eine Lehre zur Betriebswirtin. Danach fing sie an zu studieren, arbeitete aber nebenher immer.

Ich wollte halt nicht den normalen Studiengang gehen, sondern wollte das immer mit Praxis verbinden.

Seit 2002 lebt und arbeitet Riekewald nun schon in Leipzig. Die letzten vier Jahre war sie im Leipziger Stadtrat, davor in Halle.

Im Einsatz für Bildungswesen und ÖPNV

Sie ist froh, dass sie bei ihrem Engagement auf das Verständnis ihrer Familie zählen kann. Denn für sie ist es nicht immer einfach, Mann, zwei Kinder und Beruf mit ihrem politischen Engagement zu vereinen. Trotzdem macht ihr die Aufgabe, als Stadträtin in einer wachsenden Stadt aktiv zu sein, großen Spaß. Schließlich gebe es genug Probleme anzugehen, wie die Frage danach wo Schulen und Kindergärten hinzubauen seien.

Aber das sind natürlich alles Luxusprobleme, im Gegensatz zu vorher. Vor zwanzig Jahren, wo die Leute entscheiden mussten: 'Welche Schule schließen wir als erstes?'

Als verkehrspolitische Sprecherin liegt es ihr besonders am Herzen, den ÖPNV zu verbessern. Deshalb ärgern sie in Leipzig die jährlichen Preiserhöhungen der LVB. Außerdem findet sie, dass auch Fahrrad- und Fußgängerwege ausgebaut werden müssten. Ebenso ist sie dafür den Umweltverbund zu stärken, da es allen gut tue, wenn weniger Autos auf den Straßen seien.

Zu wenig Mittel für sozialen Wohnungsbau

Ein anderes wichtiges Thema für Riekewald ist Gentrifizierung. Die Linken-Politikerin kritisiert dabei insbesondere die Mietpreisbremse. Denn die würde gar nicht funktionieren. Leipzig dürfe die Bremse noch nicht einmal einsetzen, weil Landesregierung Sachsens sich weigere. Die Linke fordert 200.000 Sozialbauwohnungen in ganz Deutschland. Dies müsse unbedingt auf Bundesebene mit zweckgebundenen Fördermitteln begleitet werden.

Damit Sachsen nicht sagen kann: 'Wir nehmen die jetzt und geben sie in den Einfamilienwohnungsbau.'

An solchen Punkten merkt Riekewald die Grenzen der Kommunalpolitik. Denn schlussendlich kommen viele Fördermittel von der Bundesebene, mit denen Projekte wie der soziale Wohnungsbau unterstützt werden. Oft käme die Unterstützung aber gar nicht oder auf den falschen Ebenen. Deshalb sei der Schritt selber alles in die Hand zu nehmen und für die Kommunen zu reden nicht so weit hergeholt.

Dafür muss sie es aber erst mal in den Bundestag schaffen: Für die sächsische Linke ist sie auf den neunten Listenplatz. Bei der letzten Wahl haben es die ersten acht in den Bundestag geschafft.

Das Porträt der Direktkandidatin gibt es hier zum Nachhören:

Franziska Riekewald im Porträt - ein Beitrag von Rebecca Kelber.
Franziska Riekewald im Porträt - ein Beitrag von Rebecca Kelber.
 

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