Christopher Street Day 2014

Liebe hat kein Label

Juni 1969, Greenwich Village, New York. Die Polizei liefert sich tagelange Straßenschlachten mit Homosexuellen und Angehörigen anderer sexueller Minderheiten. An diese Tage erinnert noch heute der Christopher Street Day.
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Zu viele Razzien der Polizei mussten die Homosexuellen und Menschen anderer sexueller Orientierungen über sich ergehen lassen. Zu oft war es zu gewalttätigen Durchsuchungen von New Yorker Bars gekommen, in denen man homosexuelles Publikum vermutete. Zu selten hatte sich jemand gegen die Obrigkeit gewehrt – bis zum 28. Juni 1969. Als man versuchte, Besucher der Bar "Stonewall" zu verhaften, widersetzte sich eine große Gruppe den Polizisten. An diese Ereignisse auf der Christopher Street in Greenwich Village erinnern seit 1970 die Gay Pride Paraden in den USA. Der Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag wird seit 1979 auch in den deutschen Großstädten begangen – hier bekannt unter dem Namen Christopher Street Day (CSD).

Kulturelle Woche zum CSD

Leipzig feierte den Stonewall-Aufstand und das erstmalige Auflehnen der Menschen mit anderer sexueller Orientierung mit einer Woche unter dem Thema "Liebe hat kein Label". Lesungen, Podiumsdiskussionen und Partys zum Thema Liebe thematisieren die aktuelle gesellschaftliche Situation von intersexuellen Menschen, Transgendern und lesbischen, schwulen sowie bisexuellen Personen. 

Die KISSKISSBANGBANG-Party, die mehrmals im Jahr stattfindet, stimmte die Leipziger am vergangenen Freitag auf die CSD-Woche ein. Neben zahlreichen kulturellen Veranstaltungen können Interessierte die Reformierte Kirche Leipzig zum Friedensgebet besuchen oder im Lene-Voigt-Park an den Lustspielen teilnehmen. Eine bunte Demonstration durch die Leipziger Innenstadt und ein Straßenfest am Samstag schließen die Woche ab.

"Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich"

Die zahlreichen Veranstaltungen sollen die sozialen Missstände beleuchten – und davon zählt die Leipziger CSD eine Vielzahl auf. Unter anderem soll jeder Mensch sich frei und sicher in Leipzig und anderswo bewegen können. Niemand sollte sich vor körperlicher, psychischer, verbaler und/oder struktureller Gewalt fürchten müssen. Die Gleichberechtigung von eingetragenen Lebenspartnerschaften im Adoptionsrecht und im Personenstandsrecht ist ein lang diskutiertes Thema, das von den politischen EntscheidungsträgerInnen beachtet werden sollte. Auch die Anerkennung und der respektvolle Umgang mit den Geschlechtern und den Orientierungen jenseits von Heteronormalität soll angesprochen werden.

Vor allem sollen die Menschen erkennen, dass ausgrenzendes und diskriminierendes Verhalten nicht das Problem eines Einzelnen oder gesellschaftlicher Teilgruppen ist. Eher muss es als Problem erkannt werden, das sich in allen Milieus finden lässt und somit für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist.

Auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen wird am Christopher Street Day teilnehmen. Mehr dazu erfahren Sie im Interview mit Claudia Maicher, Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen:

mephisto 97.6-Redakteur Magnus Folten im Interview mit Claudia Maicher
 
 

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Weitere Informationen zur Geschichte, zu den Forderungen und zum Programm des Christopher Street Day finden Sie hier: CSD in Leipzig