Earth Hour

Licht aus für den Klimaschutz?

An einem Tag im Jahr schalten Millionen Menschen für den Umwelt- und Klimaschutz das Licht aus. Aber was bringt die Aktion wirklich? Ein Kommentar.
Augustusplatz mit Uni Leipzig
Zur Earth Hour soll es auch am Augustusplatz dunkel bleiben.

Am Wochenende heißt es wieder: Lichter aus! Zur sogenannten Earth Hour geht weltweit die Beleuchtung bekannter Wahrzeichen aus. Hier in Leipzig beteiligen sich zum Beispiel die Oper, der sogennante Uniriese, das Alte Rathaus und auch der Zoo. Unter dem Motto „für einen lebendigen Planeten“ soll ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz gesetzt und Strom gespart werden.

Aktion gegen Erderwärmung

Dieses Jahr wollen die Organisatoren speziell auf die Erderwärmung und das damit verbundene Artensterben hinweisen. Allerdings ist die ganze Sache etwas fragwürdig: Wie soll Aktion zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen, wenn nur für eine einzige Stunde im Jahr die Beleuchtung ausgeschaltet wird?

In der Oper Leipzig zum Beispiel wird zwar die Außenbeleuchtung ausgeschaltet, die Innenbeleuchtung bleibt während der Earth Hour aber an. Wirklich ernst wird die Aktion also nicht genommen. Da fragt man sich doch: Was bringt dann überhaupt so eine Aktion für das Klima?

Was bringt das?

Meiner Meinung nach nichts. Eher bringt sie den Menschen was, nämlich ein gutes Gewissen und das Gefühl, dabei gewesen zu sein und um ein Zeichen gegen die verfehlte Klimapolitik zu setzen. Aber wäre es nicht viel wichtiger zu handeln und aus der symbolischen Aktion Konsequenzen zu ziehen? Zum Beispiel darüber nachzudenken, die Beleuchtung nachts komplett abzuschalten und nicht nur für eine Stunde im Jahr? Das würde auch die kritisierte Lichtverschmutzung mindern, die vor allem für nachtaktive Tiere fatal ist, da das ständige Leuchten zu Desorientierung und Irritation führen und die Fortpflanzung behindern kann. 

Am besten wäre es selbst in kleinen Schritten aktiv zu werden, zum Beispiel indem man auf Energiesparlampen umsteigt. Das wäre zumindest ein Ansatz, die aktuelle Klimapolitik zu verändern.

 

Kommentieren

Louisa Grübler
29.03.2019 - 19:31