Uni-Kürzungen

108 Stunden für Theaterwissenschaften

1042 Stellen sollen bis 2020 an der Universität Leipzig gestrichen werden. Bereits seit Monaten demonstrieren auch Theaterwissenschaftler gegen die Kürzungen, von denen besonders ihr eigenes Institut betroffen ist - zur Zeit mit einer Dauerlesung.
Insgesamt 108 Stunden demonstrieren die Theaterwissenschaftler "lesend".

Neues Jahr - neues Glück?

Zumindest für die Studenten der Theaterwissenschaft geht das Semester mit einem bitteren Beigeschmack wieder los. Ihr Institut ist akut von den Kürzungen an sächsischen Universitäten betroffen. Geschlagen geben sich die Studierenden allerdings nicht. In der ersten Vorlesungswoche haben sie einen Lesemarathon organisiert. Gelesen wird in einem Zelt zwischen Moritzbastei und der Mensa am Park. In der Dauerschleife kann man dort seit heute Mittag um 12 Uhr einem Werk von Hermann Hesse lauschen. Torben Schleiner vom Fachschaftsrat der Theaterwissenschaften erläutert: "Wir haben dafür von Hermann Hesse als Hauptlektüre "Unterm Rad" gewählt. Das Buch behandelt die Geschichte eines jungen Mannes, der an einer einseitigen Bildung zugrunde geht". Auch externe Leser wurden eingeladen und so hat sich neben Studierenden anderer Fächer auch Kulturbürgermeister Michael Faber auf der Leseliste eingetragen.

Für Henrik Hofmann, Referent für Hochschulpolitik des Student_innenRates der Universität Leipzig, ist es trotz oder gerade wegen der scheinbar aussichtslosen Lage wichtig, auch weiterhin kontinuirlich über die Kürzungen aufzuklären:

Wir werden die Zeit bis August nutzen, um die Studierenden aktiv zu informieren und mit ihnen gemeinsam für einen Wechsel in der sächsischen Hochschulpolitik zu werben. Erklärtes Ziel ist es, der Unterfinanzierung der Hochschulen zu begegnen. Die Streichung von 1042 Stellen im Wissenschaftsbereich ist ein katastrophaler Fehler, sie müssen erhalten bleiben.

Noch bis Freitag Nacht wird für all die gelesen, die zuhören möchten. Insgesamt 108 Stunden für die Bildung - und gegen die Kürzungen.

 

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Elisa Marie Rinne
07.04.2014 - 20:05
  Wissen