Bildung

Leipzigs erster Leseklub

In Deuschland gibt es mehr als 230 Leseklubs oder Räume, wo Kinder lesen können und ihnen dabei geholfen wird. In Leipzig wurde der erste solcher Leseklubs in der 78. Grundschule in Grünau eröffnet.
Auch Christian Piwarz, der sächsische Kultusminister, war bei der Eröffnung dabei.
Auch Christian Piwarz, der sächsische Kultusminister, war bei der Eröffnung dabei.

Ein Raum zum Genießen

An der 78. Grundschule in Grünau ist heute ganz schön was los. Das hat einen ganz besonderen Anlass: An der Schule wird der neue Leseklub eingeweiht. Dabei handelt es sich um einen Raum mit Bücherregalen und Sitzsäcken. Den Kindern merkt man bereits an, dass sie es nicht erwarten können, sich mit einem hineinzukuscheln. Für den Leseklub wurde extra ein ehemaliger Hortraum umgebaut. Dafür hat er nun einiges zu bieten. In den Regalen tummeln sich Kinderbücher, Comics und ein paar CDs.

Jetzt gerade vor Weihnachten ist das natürlich eine schöne Gelegenheit, um einfach auch auf ganz spielerische Art und Weise den Zugang zum Lesen zu finden, was uns ganz wichtig ist.

Andrea Barthel, Geschäftsführerin der Stiftung "Lesen"

Lesen als soziales Projekt

Mit den Leseklubs beteiligt sich die Stiftung "Lesen" am Programm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Durch das Programm sollen außerschulische Aktivitäten gefördert werden, die zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen beitragen. Das betrifft Tanz, Theater, Leseförderung und Medienkompetenz.

Leseförderung liegt allen Beteiligten am Herzen. Die Leseklubs wurden auch insbesondere ins Leben gerufen, um Kinder aus sozial schwächeren Familien und Kinder mit einem Migrationshintergrund an das Lesen heranzuführen. Vor Ort sind Betreuer und Betreuerinnen, die die Kinder unterstützen und ihnen vorlesen. Ziel des Leseklubs ist es, den Kindern neue Bezüge zum Lesen zu öffnen.

Eine bundesweit erfolgreiche Idee

Motto der Leseklubs ist „Mit Freu(n)den lesen“. Die Kinder sollen die Welt der Bücher gemeinsam entdecken und Freude am Lesen finden. Das Konzept scheint sich zu bewähren: in Deutschland gibt es bereits mehr als 230 Leseklubs. In Leipzig ist die Einrichtung in Grünau die erste ihrer Art. Den Kontakt zwischen der Initiative und der Schule hätten die Leipziger Bibliotheken hergestellt.

Es steckt ja auch eine große Menge Geld dahinter. Wir werden ja finanziert mit sechs ein halb Tausend Euro über drei Jahre. Das ist eine Summe, die normalerweise nicht zur Verfügung steht für die Bibliotheken oder für die Leseräume erst recht nicht. Deswegen denke ich, haben wir hier einen guten Grundstein gelegt.

Stephan Müller, Direktor der 78. Grundschule

Als den Kindern zum Schluss noch ein paar neue Bücher überreicht werden, stürzen sie sich sofort begierig darauf. Das Angebot scheint schon jetzt gut anzukommen.

 

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Daniel Griffioen
26.11.2018 - 18:14