Festival

Leipzig zeigt wieder Courage

Lange hieß es, das Leipziger Courage Festival fände in diesem Jahr nicht statt, denn im vergangenen Jahr wurde das Ende des Festivals beschlossen. Doch das scheint jetzt nicht mehr der Fall zu sein.
Aufbauarbeiten am Alten Markt Leipzig
Aufbau am Alten Markt für das Festival "Leipzig Courage zeigen".

Seit 20 Jahren wird das Festival Leipzig zeigt Courage jährlich am 30. April veranstaltet. Die Courage richtet sich dabei gegen rechts, das Festival steht nämlich für Weltoffenheit und Vielfalt. Damit ist es nicht erfolglos, die Konzerte haben im vergangenen Jahr knapp 8000 Besuchende angezogen. Dennoch hat es lange so ausgesehen, als fände das Konzert in diesem Jahr nicht statt. Der Aufwand und die Verantwortung sei für die ehrenamtlichen Mitglieder nicht mehr zu stemmen gewesen.

Mittlerweile heißt es jedoch, das Festival findet unter einem anderen Veranstalter statt. Und heute wurde das Programm veröffentlicht.

Zeichen gegen rechts

Neue Veranstalter, ein anderer Veranstaltungsort und eine neue musikalische Ausrichtung – beim Courage-Festival soll sich in diesem Jahr einiges ändern. Ganz vorn mit dabei ist Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel. Er ist schon länger an dem Konzert beteiligt. Für ihn ist es wichtig, dass sich das weiterhin gegen Rechtsextremismus einsetzt

Wir sind heute beunruhigt welche Strömungen im Mainstream angekommen sind. Und deswegen glauben wir, dass diese inhaltliche Grundeinstellung uns noch länger beschäftigen wird und dass es wichtig ist, dass wir da klar stehen und das Feld nicht anderen überlassen.

Sebastian Krumbiegel, Initiator des Courage-Festivals

Unterstützt wird er dabei von der Stadt Leipzig, der Leipzig Stiftung und der Zeitstiftung, die das Projekt auch mitfinanzieren. Ebenfalls mit dabei ist Heike Engel, die Geschäftsführerin vom der Anker in Leipzig; Engel ist ebenso schon länger an dem Projekt beteiligt. Der Verein Leipzig Courage zeigen organisiert das Jugendfestival Junge Künstler für Toleranz und gegen Gewalt und Rassismus. Dort treten verschiedene Bands gegeneinander an, wobei der Gewinner des Wettbewerbs dann auf dem Leipzig zeigt Courage-Konzert auftreten darf.

Der wichtigste Preis für die Nachwuchsbands ist eben der Auftritt am 30.04 – auf einer größeren Bühne vor größeren Acts. Manche Bands kommen wirklich aus dem Proberaum raus und kommen dann auf die große Bühne. Das passiert ihnen wahrscheinlich nur einmal im Leben.

Heike Engel, Geschäftsführerin der Anker

Mehr politische Musik

In diesem Jahr soll sich laut Heike Engel auch musikalisch einiges ändern. Das Konzert soll punkiger und kleiner werden – und weniger spektakulär als in den vergangenen Jahren auf dem Marktplatz. Stattdessen soll mehr Wert auf den politischen Inhalt gelegt werden. Dafür sollen in diesem Jahr fünf verschiedene Bands sorgen – darunter ist unter anderem die Punkrockband Donots und Rapper Eko Fresh. Die Musizierenden  treten dabei ohne Gage auf. In diesem Jahr, aber nicht auf dem Markt, sondernauf der Moritzbastei. Der Club setzt sich selbst für Vielfalt und Weltoffenheit ein und hat in den vergangenen Jahren schon die Aftershowparty des Courage-Konzerts veranstaltet. Er steht deswegen auch in den nächsten Jahren als Veranstaltungsort zur Verfügung.

Wir haben nächstes Jahr Landtagswahlen und wir müssen uns kümmern und wissen, dass wir etwas machen, dass wichtig ist. Dass wir dieses Jahr trotz aller Widrigkeiten wieder hier stehen ist der Hammer. Wir werden weitermachen, keine Frage.

Sebastian Krumbiegel, Initiator des Courage-Festival

Erst einmal wollen die neuen Veranstalter aber das Konzert am nächsten Montag abwarten. Auf dem Platz auf und vor der Moritzbastei haben knapp 8.000 Besuchende Platz. Wie viele kommen, ist aber nur schwer einzuschätzen.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Beitrag von Redakteurin Maria Reis
2404 Courage
 

Kommentare

Na denn viel Spaß, hier gibts ja zum Glück Meinungsfreiheit. Das bedeutet aber auch, dass ich zum Glück nicht hingehen muss, ich bleib lieber daheim und lese die "Junge Freiheit".

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