Bildung

Leipzig wird Jura-Hauptstadt

Sachsen gehen die Richter aus. Zumindest in Zukunft könnte der Bedarf an Richtern und Staatsanwälten nicht mehr ausreichend gedeckt sein. Um das zu verhindern soll Leipzig nun zum einzigen Ausbildungszentrum für Juristen in Sachsen werden.
Nebeneingang der Universität Leipzig
In diesem Semester wollen fast 600 neue Erstsemester Jura in Leipzig studieren.

Wer in Sachsen Jura studieren will, der kann das seit diesem Semester nur noch an der Universität Leipzig. Im Herbst 2016 hat das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) entschieden, die Juristenfakultät in Dresden abzubauen und Leipzig zum einzigen Ausbildungszentrum für Juristen in Sachsen zu machen.

Neue Professoren, neue Inhalte, neue Schwerpunkte

Die Juristenfakultät an der Universität Leipzig soll insgesamt um neun neue Lehrstühle erweitert werden. Drei davon werden bereits seit dem 1. September von Professoren der Universität Dresden besetzt. Bis Ende 2018 sollen dann noch zwei weitere Dozenten von Dresden nach Leipzig wechseln. Auch inhaltlich werden neue Schwerpunkte gesetzt: In diesem Semester wird dann auch Kartell- und Energierecht angeboten. Außerdem soll es eine neue Professur im Medienstrafrecht geben. Aufgrund von hoher Nachfrage könnte bald auch das Familienrecht als eigener Schwerpunkt angeboten werden.

Andrang auf Leipzig

Die neuen Angebote der Universität ziehen immer mehr Studenten nach Leipzig. Über 2.300 Bewerbungen für das Wintersemester 2017/18 sind bei der Hochschule eingegangen. Davon konnten nun 590 Erstsemester an der juristischen Fakultät starten - das sind über 100 mehr als im vergangenen Jahr. Wenn es nach der sächsischen Landesregierung geht, soll die Zahl der Neueinschreibungen langfristig auf 750 pro Jahrgang steigen. Insgesamt soll dann auch die Anzahl der Absolventen, die das erste und zweite Staatsexamen machen, erhöht werden.

Hoher Bedarf an Volljuristen

Durch die höhere Zahl an Erstsemestern und Absolventen kann auch die gestiegene Nachfrage an Volljuristen gedeckt werden. Besonders in Sachsen ist das dringend nötig: Aufgrund des demografischen Wandels werden in den nächsten Jahren immer mehr Richter und Staatsanwälte in den Ruhestand gehen. Auch aus diesem Grund hat die Landesregierung den Fokus bei der juristischen Ausbildung auf Leipzig gelegt. An der TU Dresden kann man sich nämlich nicht zum Volljuristen ausbilden lassen. Dort wurde lediglich ein Bachelorstudiengang „Law in Context“ sowie ein Master in Wirtschaftsrecht angeboten. Laut der sächsischen Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange können alle Studierenden ihr Studium in Dresden beenden. Ab diesem Semester kann man sich an der Technischen Universität aber nicht mehr für das Jurastudium einschreiben. Somit ist die Universität Leipzig bald der einzige Standort in Sachsen in dem man Jura studieren kann.

Den Beitrag können Sie hier nachhören: 

Ein Studiogespräch von Redakteur Magnus Raab und Moderatorin Lisa Tuttlies
 
 

Kommentieren