Sozialreport 2017

Leipzig im sozialen Aufstieg

Leipzig bleibt eine der am stärksten wachsenden Städte Deutschlands. Doch nicht nur das geht aus dem aktuellen Sozialreport hervor. Er weist außerdem viele weitere positive Entwicklungen der Stadt auf und beweist: Leipzig geht es zunehmend besser.
Passanten in der Innenstadt
Leipziger mit Migrationshintergrund und eine zunehmende Jugendquote sorgen für eine kommunale Vielfalt.

Der Sozialreport 2017 wurde kürzlich vom Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule veröffentlicht. Er beschäftigt sich neben der Bevölkerungsentwicklung und den Wohn- und Lebenssituationen der Leipziger Bevölkerung unter anderem mit Themen rund um Familie, Jugend und Bildung. Seine Aufgabe ist es, Entwicklungsverläufe innerhalb Leipzigs und sozialen Handlungsbedarf abzubilden und zur Verbesserung anzuregen.

Leipzig wird vielfältiger

Der Bericht verzeichnet einen Anstieg der Leipziger Haushalte von 2011 bis 2016 um 12,3 Prozent, einen jährlichen Einwohnerzuwachs von mehr als zwei Prozent und dem diesjährigen Geburtenüberschuss von 868. Im Jahr 2016 haben rund 13.200 Personen Leipzig als ihr neues Zuhause gewählt, wobei 39 Prozent davon aus den anderen Bundesländern und 61 Prozent aus dem Ausland zugewandert sind. Die Einwohnerzahl stieg damit auf rund 580.000, davon ist der größte Teil zwischen 18 bis 45 Jahre alt. Dadurch wird Leipzig weiterhin immer jünger, was man an dem Durchschnittsalter der Stadt erkennen kann. Von 2011 bis 2016 ist dieses nämlich um ca. ein Jahr auf rund 43 Jahre gesunken. Außerdem sind etwas mehr als die Hälfte der Leipziger Bevölkerung Frauen, dementsprechend etwas weniger als die Hälfte Männer. Auch der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund hat sich mit 13,4 Prozent erhöht. Das heißt auch: Leipzig wird vielfältiger. Zu diesen positiven Entwicklungen äußerte sich Bürgermeister Thomas Fabian wie folgt:

 Leipzig befindet sich im Aufschwung. Die Stadt verjüngt sich und mehr Menschen haben Arbeit.

Thomas Fabian, Sozialbürgermeister der Stadt Leipzig

Denn obwohl 17 Prozent der Leipziger relativ einkommensarm sind, gibt es auch in diesem Jahr einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf sieben Prozent, wodurch das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen mit 1.701 Euro in einem Jahr um 36 Euro gestiegen ist. Dabei hat sich der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen von 248 Euro auf 235 Euro verringert. Durch diese Verbesserung des Arbeitsmarkts ist 2016 auch die Kinderarmut zurückgegangen.

Dennoch viel Handlungsbedarf

Auch wenn der Sozialreport viel positives berichtet, gibt Fabian zu Bedenken:

Der Sozialreport zeigt diese positiven Entwicklungen, seine Daten lassen aber auch soziale Problemlagen erkennen, es ist noch viel zu tun.

Thomas Fabian, Sozialbürgermeister der Stadt Leipzig

Denn trotz dieser positiven Entwicklungen zeigt der Sozialreport auch in diesem Jahr weiteren Handlungsbedarf. Trotz jährlichem Rückgang gibt es mit 11,3 Prozent weiterhin eine große Anzahl von Schülern, welche die allgemeinbildende Schule nicht bis zum Abschluss besuchen. Außerdem soll nach wie vor an der Integration von Geflüchteten gearbeitet werden, welche dem Report zufolge noch immer nicht ausreichend verbessert wurde. Auch die Anzahl der in Notunterkünften und Gewährleistungswohnungen untergebrachten Personen ist seit 2015 angestiegen. "Im Jahresmittel 2016 mussten 117 Personen, davon 65 Kinder notuntergebracht werden", heißt es im Sozialreport. Dies ist eine Folge der in 2016 angestiegenen Zahl der Räumungen, die Unterbringung von geflüchteten Familien, welche im letzten Jahr zugezogen sind, sowie des geringeren Wohnungsangebots im unteren Preissegment. Karten und Statistiken des Sozialreports zufolge gibt es eine unregelmäßige Verteilung der Problemlagen, was zu deren Anhäufung in bestimmten Ortsteilen führt, so zum Beispiel in Paunsdorf oder Grünau. Probleme mit ihrer Wohnsituation führten unter anderem 1.679 mehr Jugendliche zur mobilen Jugend- und Straßensozialarbeit.

Förderungszuschüsse für Familie, Jugend und Bildung

Mit fast 1.600 Familien stieg die Anzahl der Haushalte mit Kindern auf insgesamt rund 49.300. Außerdem kommt den Bildungseinrichtungen in diesem Jahr ein Zuschuss von fast zehn Prozent zugute. Die Familien- und Erziehungsberatungsstellen baten im Vorjahr insgesamt 6.105 Menschen ihre Hilfe an. Neben 9,45 Millionen Euro Unterhaltsvorschuss, stiegen die Investitionen in den Schulbau auf 49,2 Millionen Euro an. Auch das Netz der Kindertageseinrichtungen wurde um sieben Kindergärten vergrößert und somit die Platzkapazitäten um über 1.000 Plätze erweitert. Angebote der Kinder- und Jugendförderung erhielten einen Zuschuss von über zehn Millionen Euro.

Informationen zum Sozialreport können Sie hier noch einmal nachhören: 

 

Moderator Merten Waage im Gespräch mit Lea Ortmann
 
 

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Jenny Becker
07.12.2017 - 21:08