Buchrezension

Leipzig durch Kinderaugen

Wie es wohl ist, als Kind Leipzig zu entdecken - diese Frage kann einem vielleicht der Kinderstadtführer "Willkommen in Leipzig, Paul" beantworten. Das Buch nimmt seine (kleinen) Leser mit auf Entdeckungstour durch Leipzig.
„Willkommen in Leipzig, Paul“ ist ein Reiseführer für Kinder von Autorin Melanie Schreer und Illustratorin Anemone Kloos.
„Willkommen in Leipzig, Paul“ ist ein Reiseführer für Kinder von Autorin Melanie Schreer und Illustratorin Anemone Kloos.

Paul ist ein kleiner Junge, der frisch nach Leipzig gezogen ist und die Stadt entdecken will. Als Leser begleitet man ihn auf seinen Touren. In den einzelnen Kapiteln werden verschiedene Stadtteile und Geschichten erzählt. Paul erhält dabei Unterstützung von ortskundigen Einheimischen. 

Von Eichhörnchen und Dichtern

Da wäre zum Beispiel der Pinselflitzer, ein Eichhörnchen aus dem Clara-Zetkin-Park. Das kennt einfach alle Sehenswürdigkeiten und zeigt Paul Orte wie den Musikpavillon oder die Sonnenuhr an der Dahlienterrasse.

Über die Orte, Personen und Veranstaltungen, die in Pauls Geschichte erwähnt werden, gibt es im Buch noch weitere Informationen. Wie Notizzettel sind kleine Textfelder auf die Seiten gepinnt. Hier lernt der Leser, wer eigentlich Karl Heine war, was das Leipziger Entenrennen ist oder was Johann Wolfgang von Goethe in Leipzig gemacht hat. Den trifft Paul nämlich in Auerbachs Keller. Der große Dichter macht Paul Mut. Er werde bestimmt bald Freunde finden.

Und damit behält Goethe auch recht, denn am Ende lernt Paul natürlich auch noch ein Mädchen kennen: Safia, die Tochter einer Kollegin seiner Mutter. Sie wird seine erste Freundin in Leipzig. 

Ende gut, alles gut? 

Schöne, heile Welt. Die Geschichte von Paul ist fast ein bisschen zu perfekt, um ernst genommen zu werden. Als Stadtführer eignet sich „Willkommen in Leipzig, Paul“ auch nur bedingt.

Das Buch ist mit seinen fantasievollen Bildern und lustigen Details zwar sehr schön illustriert, aber für einen Stadtführer gibt es definitiv zu viele Bilder von Paul, von Pauls Eltern, von Paul, wie er mit Eiszapfen spricht, von Bildern, die Paul offensichtlich für seine Eltern gemalt hat. Von Leipzig sieht man irgendwie zu wenig, um ein authentisches Bild vermittelt zu bekommen. Denn Leipzig besteht nicht nur aus dem Waldstraßenviertel und Plagwitz. Bis auf eine Geschichte sind die Stadtteiltouren nicht sinnvoll angelegt. Trotzdem gibt es viele hilfreiche Infos und Tipps, etwas über Leipzig zu lernen. Wenn auch mit deutlich zu wenigen aussagekräftigen Bildern dargestellt. 

Unsere Reporter haben den Stadtführer ausprobiert und sind auf Entdeckungstour gegangen:

Angela Fischer und Felix Krause waren mit dem Kinderstadtführer unterwegs.

Verwendete Musik:

Podington Bear - Window Shopping, Creative Commons Lizenz: CC BY-NC 3.0.

Kinderstadtführer (Angie, Felix)
 
 

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Angela Fischer, Felix Krause
27.12.2017 - 15:37
  Kultur