Stadtkunst

Legale Graffiti-Fläche freigegeben

Leipzig hat nun eine „Wall of Fame“. Mit Stars und Sternchen hat das jedoch nur bedingt etwas zu tun. Es ist vielmehr eine Graffiti-Fläche, die den Sprayern ein legales Sprühen ermöglicht.
Der erste legale Sprayer an der Antonienbrücke.

Hinter dem Projekt steckt die Stadtverwaltung mit ihrer Koordinierungsstelle Graffiti. Nun soll die Wand an der Antonienbrücke einen Rahmen für legale und freie Graffiti-Kunst schaffen. Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal will damit zugleich ein Zeichen an die Graffiti-Szene senden. Schließlich sind die illegalen Schmierereien seit Jahren ein großes Problem für die Stadt.

Bis zu 2.000 Anzeigen wegen Vandalismus zählte die Stadt im vergangenen Jahr. Die Kosten für die Beseitigung illegaler Graffitis auf städtischen Bauten beliefen sich auf 400.000 Euro. Doch mit Strafmaßnahmen stößt die Stadt Leipzig schon lange an ihre Grenzen. Deshalb soll es ab sofort legale Möglichkeiten für Graffitikünstler geben.

Es geht los, beteiligt euch, nehmt Kontakt auf zur Koordinierungsgruppe und gemeinsam wollen wir den illegalen Schmierereien, die wir in dieser Massivität so nicht dulden können, dort auch begegnen.

Heiko Rosenthal, Ordnungsbürgermeister

Die Hoffnung der Stadt: Wohnhäuser und öffentliche Gebäude würden dadurch verschont bleiben. Aber ob die Graffiti-Szene da mitmacht? Sascha Kittel, Leiter der Koordinierungsstelle Graffiti ist da guter Dinge und glaubt, dass die Wand von einem Großteil der Sprayer auch angenommen wird. Schließlich habe es aus Sprayerszene in der Vergangenheit eine große Nachfrage nach legalen Sprühflächen gegeben

Neue Allianzen

Kittel ist zugleich Vorsitzender des Graffiti e.V. Seit November 2015 arbeitet sein Verein mit der Stadt Leipzig und dem Jugendhilfeverein Urban Souls e.V. zusammen. Schon damals wurde die Koordinierungsgruppe auf Beschluss des Stadtrats gegründet. 25 000 Euro stellt Leipzig noch in diesem Jahr der Koordinierungsgruppe zur Verfügung. Mit diesem Geld soll die Gruppe vor allem legale Graffiti-Flächen schaffen. Gleichzeitig will man verstärkt mit Streetart-Künstlern, Pädagogen und verschiedenen Unternehmen zusammenarbeiten. Wie so eine Zusammenarbeit aussehen kann, zeigt das Beispiel von Sebastian Neher. Er ist Mitarbeiter der Firma Ratisbona und baut Immobilien für den Einzelhandel. Supermärkte werden oft zu illegalen Sprühflächen und so wandte sich Neher an die Koordinierungsgruppe.

Deswegen haben wir uns hier mit dem Graffiti-Verein auseinandergesetzt, dass man eben auf der einen Seite legale Flächen schafft um quasi den Jugendlichen entgegenzukommen, denen zu sagen: Da dürft ihr euch austoben. 

Sebastian Neher

mephisto 97.6-Redakteurin Angela Fischer mit den Einzelheiten:

mephisto97.6 Redaketurin Angela Fischer über legale Graffitiflächen in Leipzig
 
 

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Thomas Tasler
08.06.2017 - 23:24