Interview mit Konstantin Sacher

Leben bis zum Tod

Jeder Atemzug bringt uns dem Tod näher. Kein Grund, nicht zu rauchen, ein gutes Glas Wein zu trinken. Wir genießen das Leben – und verkürzen es dadurch. Über diesen Widerspruch haben wir mit dem Theologen und Autoren Konstantin Sacher gesprochen.
Konstantin Sacher
Konstantin Sacher

Genuss

Was ist ein erfülltes Leben? Hohe Lebensqualität? Gesundheit bis ins Alter? Familie? Erfolg? Soviele Menschen wie es gibt, so viele Antworten gibt es wohl auch. Doch ein Faktor verbindet alles: Genuss. Jeder will sein Leben genießen. Doch wie genießt man? Für den einen ist gutes Essen der wahre Genuss. Für den anderen vlielleicht die morgendliche Zigarette oder aber eine durchzechte Nacht. Genuss enthält oft selbstzerstörerische Aspekte.

Quantität und Qualität

Alles, was ich tue, schadet vielleicht meinem Körper. Sei es jetzt viel Arbeiten oder so (...). Aber nur weil es meinem Körper schadet, ist es nicht selbstzerstörerisch. Vielleicht hilft es der Seele, wenn man hemmungslos trinkt, (...) weil man das Abtauchen in eine andere Welt in dem Moment gebraucht hat.

 

Konstantin Sacher

Die Flucht in “eine andere Welt“ mithilfe von Rausch und Drogen kann also durchaus etwas Gutes haben. Aber Zigaretten, Alkohol, Marihuana und so weiter bleiben Gift für den Körper. In diesem Widerspruch lebe man mitunter, meint Sacher.

Was das Leben verkürzt, macht es vielleicht auch lebenswert.

 

Konstantin Sacher

Hier gibt es das komplette Interview von mephisto97.6-Redakteurin Lisa Albrecht mit Konstantin Sacher zum Nachhören:

Lisa Albrecht im Gespräch mit Konstantin Sacher zum Thema Rausch und Ekstase
Lisa Albrecht im Gespräch mit Konstantin Sacher zum Thema Rausch und Ekstase

 

 

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Konstantin Sacher forscht an der Theologischen Fakultät Leipzig zum Tod als Thema in Religionen. Er studierte evangelische Theologie und lebt bei Frankfurt am Main. Im Oktober erschien sein Debütroman „Und erlöse mich“ beim Verlag Hoffmann und Campe.