Flughafen Leipzig/Halle

Langer Atem gegen Fluglärm

Im Streit um ein Nachtflugverbot schlägt die gleichnamige Interessengemeinschaft das entscheidende Kapitel auf: Ab April verhandelt das Bundesverwaltungsgericht. Nach zwölf Jahren Rechtsstreit setzen die Anlieger auf neue Studien - ein letztes Mal.
Vor allem Fracht- und Militärmaschienen bringen die Flughafen-Anlieger um den Schlaf.
Vor allem Frachtmaschinen bringen die Flughafen-Anlieger um den Schlaf.

Bis zu 70 mal pro Nacht bringt die Flughafenanlieger ein dumpfes Dröhnen um den Schlaf. Seit zwölf Jahren kämpft daher die "Initiative Nachtflugverbot Leipzig/Halle" für das Recht auf eine geruhsame Nacht. So einfach ist die Thematik aber nicht: In insgesamt vier Gerichtsinstanzen sind bisher nur Teileinigungen zustande gekommen.

Seit 2008 dürfen keine Passagierflugzeuge mehr nachts in den Himmel steigen. Den Großteil der Starts und Landungen machen jedoch Frachtmaschinen aus. Mit neuen medizinischen Studien will die "Initiative Nachtflugverbot Leipzig/Halle" auch diese beschränken. mephisto 97.6-Redakteur Merten Waage und Moderatorin Anna Vogel mit Details:  

Merten Waage und Anna Vogel zur Neuverhandlung.

Wir sind der Meinung, dass wir beweisen können, dass die Abwägung zu den Planfeststellungsbeschlüssen ganz anders abgelaufen wären, wenn damals schon die Ergebnisse dieser Gesundheitsstudien bekannt gewesen wären.

Michael Teske, Vorsitzender der IG Nachtflugverbot

Der Flughafen Leipzig/Halle gibt sich im Vorfeld der Neuverhandlung bedeckt. Die Anlieger wenden sich gegen die Landesdirektion Sachsen. Diese hatte im Planungfeststellungsverfahren festgelegt, dass zwischen 05:30 Uhr und 23:30 Uhr Passagier- und Frachtflugzeuge starten und landen. Außerhalb dieses Zeitfensters ist der Flugverkehrnur für Frachtflugzeuge erlaubt. Was den Anliegern in der Gegend um Rackewitz aufstößt: Eine Beschränkung für Frachtflugzeuge gibt es nicht. Um diese soll nun verhandelt werden.

 

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Die Lärmbelastung im Umfeld des Flughafens war schon Thema in vielen Verhandlungen. Ende letzten Jahres startete ein neuen Anflugverfahren, mit dem den Anliegern entgegen gekommen werden sollte:

Am Flughafen Leipzig/Halle wird ein neues Anflugverfahren eingeführt. Wie die Deutsche Flugsicherung mitteilte, soll das neue Prozedere die nächtliche Lärmbelastung für die Städte Leipzig und Halle senken. Die Flugzeuge sollen den Flughafen künftig in größerer Höhe anfliegen. Dadurch soll weniger Fluglärm am Boden ankommen. Das "Point Merge“ genannte Programm soll nachts zwischen 22 und 2 Uhr eingesetzt werden. In dieser Zeit kommen zahlreiche Frachtmaschinen in Leipzig/Halle an. Nach einem Jahr Probebetrieb sollen erste Ergebnisse ausgewertet werden.

- mephisto 97.6-News, 17.12.2015