Kriminalitätsentwicklung

Landtags-Debatte über Kriminalitätsrate

Ende März veröffentlichte das sächsische Innenministerium die Statistik zur Kriminalitätsentwicklung. Heute trafen sich die im Landtag vertretenen Parteien, um sich mit dem Zuwachs an Straftaten zu beschäftigen. Was kam bei den Debatten heraus?
Polizeiauto vor Polizeirevier
Die Kriminalitätsrate ist in Sachsen im vergangenen Jahr gestiegen.

Im vergangenen Jahr hat die Kriminalität im Freistaat Sachsen zugenommen. Waren es im Jahr 2015 noch 314.861 Straftaten sind es im Jahr 2016 bereits 324.736 Fälle gewesen. Die Aufklärungsquote der Fälle betrug dabei 55,8 Prozent. Auch hier kann man einen kleinen Anstieg erkennen. Ende März wurden die Statistiken über die Kriminalitätsentwicklung in Sachsen vom Innenministerium vorgelegt. In Sachsen stiegen vor allem die Zahl der Wohnungseinbrüche und Gewaltdelikte. Politisch motivierte Gewalttaten und Fahrzeugdiebstähle sind dagegen zurückgegangen. In Leipzig wurden die meisten Straftaten im Zentrum und in Seehausen begangen.

Grafik Kriminalitätsentwicklung

Mehr 'nichtdeutsche' Straftäter

Im Jahr 2015 lag der Anteil von Straftaten, die durch Zuwanderer verübt wurden bei 6,7 Prozent. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 10,2 Prozent. Laut Expertenmeinungen hinge das mit der deutlichen Zunahme der in Sachsen lebenden Geflüchteten zusammen. Der Flüchtlingsrat führt die Erhöhung in der Statistik allerdings auch auf Racial Profiling zurück, da Migranten deutlich öfter von der Polizei kontrolliert würden, als Deutsche.

Hitzige Debatte im Landtag

Heute Vormittag trafen sich die Parteien im sächsischen Landtag in Dresden, um über die Kriminalitätsentwicklung zu debattieren. Die vertretenen Parteien ziehen unterschiedliche Konsequenzen aus der steigenden Kriminalität, wobei es zu angeblich hitzigen und emotional geführten Debatten kam. 
mephisto 97.6 Redakteurin Peggy Fischer hat mit Vertretern der einzelnen Parteien gesprochen und nach den unterschiedlichen Ansichten zum Zuwachs der Straftaten in Sachsen gefragt. Albrecht Pallas von der SPD sieht in den Gesamtzahlen keinen Anlass zur Sorge.

Wenn man sich die Gesamtzahlen anguckt, ist das über die letzten zehn Jahre gesehen eine relativ normale Schwankung, eben nach oben in dem Fall.

Albrecht Pallas, innenpolitischer Sprecher der sächsischen SPD 

Viel alarmierender finde er vielmehr, dass die Menge von Einbrüchen und Gewaltdelikten stark zugenommen hat. Die sächsische AfD setzt den Anstieg der Kriminalität mit den offenen europäischen Grenzen in Beziehung. Vor allem Sorge bereite aber, dass die Aufklärungsrate der Einbrüche sinkt. 

Besonders beunruhigend für uns ist gerade der Blick nach Leipzig, da hat sich die Straßenkriminalität erhöht. Und wir stellen einfach fest, dass in Leipzig jeder vierte ermittelte Straftäter nicht deutsch ist. Und dass das beim Ausländeranteil deutlich darunter liegt und damit ist Leipzig bei den sächsischen Großstädten eigentlich die gefährlichste Großstadt.

Sebastian Wippel, innenpolitischer Sprecher der sächsischen AfD 

Valentin Lippman von den Grünen findet die ansteigende Kriminalität in Sachsen im Großen und Ganzen nicht besorgniserregend. Die Zahlen seien immer noch niedriger, als in den 90er Jahren. Sachsen sei somit ein sicheres Bundesland. Trotzdem gebe es Bereiche, in denen man handeln müsse, so zum Beispiel bei politischer Kriminalität. Für Lippmann bestehe dagegen keine Verbindung zwischen Zuwanderern und der ansteigenden Kriminalitätsrate. 

Es werden also nicht mehr Straftaten durch Zugewanderte begangen. Es kommen nur mehr Menschen hier her. Und dadurch steigt dann auch logischerweise die Zahl der Straftaten, die durch sie begangen wurden. Mehr Biodeutsche sind genauso in Summe krimineller, als weniger.

Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen 

Den Sprecher der Linken, Enrico Stange, stört eine Sache an der Debatte besonders. Nämlich, dass der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) die Kriminalitätsstatistik als durch Zuwanderung und islamistischen Terror geprägt vorgestellt hätte. 

Diese Panikmache geben die Zahlen einfach nicht her. Sondern wir haben im Grunde nach wie vor eine auf dem bisherigen Niveau verbleibende Kriminalitätszahl durch Migrantinnen und Migranten.

 

Enrico Stange, innenpolitischer Sprecher von Die Linke Sachsen  

Im Landtag hat heute also eine Diskussion mit vielen verschiedenen Standpunkten stattgefunden. Wie es weitergeht und welche Konsequenzen nun gezogen werden, bleibt abzuwarten.

 

Mehr Informationen zur Debatte der Parteien um die Kriminalitätsentwicklung in Sachsen können Sie im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Peggy Fischer nachhören:

Ein Beitrag von Peggy Fischer über die Kriminalitätsentwicklung
Ein Beitrag von Peggy Fischer über die Kriminalitätsentwicklung

 

 

Kommentare

Hey,

danke für den Artikel. Allerdings finde ich das ausgewählte Symbolbild (Polizei in der Eisenbahnstraße) eher unpassend, schlägt es doch in die gleiche Kerbe wie die AFD.

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Mehr Informationen über die Kriminalitätsentwicklung in Sachsen erhalten Sie in der Polizeilichen Kriminalstatistik des Innenministeriums.