Unkommerzielle Räume

Ladenschluss auf Eisenbahnstraße

Das Ladenprojekt in der Eisenbahnstraße 109 musste die Sachen packen und seine Räumlichkeiten verlassen. Da der Mietvertrag nicht weiter verlängert worden ist, sitzen die Menschen, die den Freiraum gern genutzt und gestaltet haben nun auf der Straße.
Eisenbahnstraße
Eingangstür des Ladenprojekts Eisenbahnstraße 109

Das Eckhaus auf der Eisenbahnstraße war das erste Wächterhaus im Leipziger Osten. Das heißt, es wurde von dem Verein Haus Halten e.V. verwaltet, der die Räumlichkeit Personen für lau oder wenig Geld überlassen hat. Das Ziel dabei ist, die Häuser vor dem Verfall zu schützen, während Eigentümer noch keine anderweitigen Pläne mit den Gebäuden haben. Viele gemeinnützige Projekte waren zu der Zeit in der Eisenbahnstraße 109 ansässig. Nachdem das Haus 2011 verkauft worden ist, wurde die Erdgeschossfläche wieder an ein solches Projekt vermietet. Das waren die Anfänge des jetzigen Ladenkollektivs, das sich E109 nennt.

Ein offener Raum

Das Projekt ist selbstverwaltet und organisiert sich ohne Hierarchien. Zu dem wöchentlich stattfindenden Plenum kann jeder kommen und sich einbringen. Wozu die Räumlichkeiten genutzt werden, entscheiden die Menschen selbst: gemeinsames Kochen, Diskussionsrunden, Informationsveranstaltungen oder ein Barabend. Durch letzteres finanzierte sich der Laden. Alles Gruppen, die die Räumlichkeiten für Treffen genutzt haben, kümmerten sich abwechselnd um die Bar am Donnerstagabend und besorgten Getränke. Besucher konnten diese gegen eine Spende bekommen. Dabei war es dem Projekt wichtig, dass jede und jeder nur so viel zahlt, wie er oder sie kann und mag. Fehlendes Geld soll kein Ausschlusskriterium sein.

Komplikationen in der Kommunikation

Dieselben Personen wie 2011 sind es aber nicht mehr. Das Projekt ist so aufgebaut, dass es wechselnde Personen in der Organisationscrew gibt. Das habe den Kontakt zu den Vermietern erschwert meint Viktor, der seit circa einem Jahr in der E109 aktiv ist:

Die Vermieter haben immer das Problem, dass sie sich auf neue Leute einstellen müssen, bei Verhandlung, bei Gesprächen, wenn es Probleme gibt. Das hat schon immer zu Problemen geführt.

Viktor, Mitglied des Kollektivs E109

Zum August lief dann der Mietvertrag aus und die Hauseigentümer äußerten, ihn eventuell nicht verlängern zu wollen. Seitdem ist viel passiert und beide Seiten haben kaum miteinander gesprochen.

Mehr zu dem Konflikt und der jetzigen Situation in folgendem Audiobeitrag:

Ein Beitrag von Hannah Jagemast.
2509_Mitschnitt_Zukunft_der_E109
 

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