Karstadt in Leipzig

Kündigungen im Briefkasten

Die Karstadt-Filiale Leipzig steht kurz vor der Schließung. Jetzt wurden Änderungskündigungen an knapp 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geschickt. Sie sollen mit dem Ende des Mietvertrags im nächsten Jahr eine neue Stelle suchen.
Das Karstadt-Kaufhaus in der Petersstraße
Das Karstadt-Kaufhaus in der Petersstraße

Alle Informationen zum Nachhören gibt's hier:

Moderatorin Angela Fischer im Gespräch mit Daniel Giffioen
3008 Karstadt

Nach dem aktuellen Stand haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwei Möglichkeiten: Entweder wird ihnen gekündigt oder sie arbeiten in einem anderen Karstadt-Warenhaus weiter. Als mögliche Ziele wurden München, Duisburg und Berlin genannt.

Eine Transfergesellschaft soll den in Leipzig Verbleibenden ein halbes Jahr lang bei der Jobsuche helfen. Außerdem erhalten alle eine Abfindung von einem halben Monatsgehalt pro geleisteten Arbeitsjahr, zumindest nach den Vorstellungen von Karstadt.

Kritik am Vorgehen von Karstadt

Jörg Lauenroth-Mago, Landesfachbereichsleiter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, findet das nicht ausreichend. Zwar begrüßt er die Transfergesellschaft, jedoch kritisiert er:

Ich hätte mir gewünscht, dass es deutlich länger ist. Und der Sozialplan beinhaltet Abfindungen, die ich viel zu niedrig finde.

Jörg Lauenroth-Mago, Landesfachbereichsleiter der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

Er fordert auch, dass Karstadt erneut mit dem luxemburgischen Eigentümer verhandelt. Dieser verlangt eine Mieterhöhung um knapp 70 Prozent, was Karstadt als unwirtschaftlich ablehnt. Anscheinend kommt es auch nicht infrage, eine andere Immobilie in Leipzig zu finden.

Die Leipziger Filialleitung wollte sich heute nicht gegenüber mephisto 97.6 äußern. Sie verbot auch ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, über die Kündigung zu sprechen. ver.di prüft währenddessen Möglichkeiten, um vor Gericht gegen die Entscheidung von Karstadt vorzugehen.

 

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Levin Schwarzkopf
30.08.2018 - 19:26