Bildung

Kritik an Verbeamtung

In Sachsen herrscht Lehrermangel und genau dagegen soll vorgegangen werden. Im März 2018 wurde deshalb vom Kultusministerium ein neues Konzept beschlossen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen. Das Konzept stößt allerdings auf Kritik.
Ausbildung Lehrer
Viele Lehrer können nicht von der Verbeamtung profitieren.

Noch im März wurde ein Konzept beschlossen, das „Handlungsprogramm zur nachhaltigen Sicherung der Bildungsqualität in Sachsen“. Dieses sieht vor, ab Januar 2019 neue Lehrer zu verbeamten. Auch schon beschäftigte Lehrer können verbeamtet werden, wenn sie jünger als 43 Jahren alt sind. Grundschullehrkräfte, schulleitende Personen sollen außerdem besser bezahlt werden und die Unterrichtszeit wird verkürzt.

Kritik kam unter anderem von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie kritisieren, dass nicht alle Lehrer verbeamtet werden. Denn mit der Verbeamtung bekommen verbeamtete Lehrkräfte auch mehr Geld. 

Was für einen Unterschied das macht, zeigt die Landesvorsitzende der GEW Sachsen, Ursula Kruse, an einem Beispiel:

„Bei zwei Menschen, die zur gleichen Zeit studiert haben und wo der eine jetzt 42 und der andere 41 ist und man die miteinander vergleicht unter der Bedingung, dass beide ein Kind haben etc dann ist der Unterschied bis zur Rente ein nettounterschied von 250.000 Euro. Das ist schon sehr ungerecht!“

 

Ursula Kruse, GEW Sachsen

Es tue sich da eine Gerechtigkeitslücke auf und für nicht verbeamtete Lehrer seien schnell demotiviert, außerdem könne das zu Konflikten im Lehrerzimmer kommen.

Kritik kommt außerdem vom Landesschülerrat Sachsen. Sie sagen, dass das Programm an sich zwar gut sei, aber viele Punkte würde ihnen fehlen, zum  Beispiel dass Fachberater oder Mitarbeiter, die an Schulen nicht als Lehrkräfte bezeichnet werden, nicht berücksichtigt werden. Außerdem seien manche angesetzte Punkte nicht realisierbar. Eric Bußmann ist der Geschäftsführer des Landesschülerrates. Er nennt ein Beispiel:

„Die Staatsregierung hat sich in diesem Programm ja eine Zeitschiene festgelegt-bis Ende 2019, was bei der Lehrplanüberarbeitung sehr sportlich ist um es mal freundlich auszudrücken. Also es steht dort zu erwarten, dass das 1. Nicht zu schaffen ist und 2. Wenn dann nur mit kurzentschlossenen Dingen“

Eric Bußmann, Landesschülerrat Sachsen

Bei einer Konferenz verschiedener Lehrerverbände und -gewerkschaften in Dresden wurde deutlich, wie groß die Kritik an den Plänen der Landesregierung ist. Es gab zahlreiche Petitionen der Lehrenden mit der Forderung, dass es eine allgemeine Verbeamtung geben solle.

Sollte es keine Einigung geben, müssen Gewerkschaften und Kultusministerium gemeinsam ein drittes Paket aushandeln.

Der Beitrag zum Nachhören:

Moderatorin Peggy Fischer im Gespräch mit Johanna Honsberg.
0805 Beitrag Verbeamtung

 

 

 

 

 

 

 

 

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Anneke Elsner
08.05.2018 - 19:23